Reuters berichtete am 28. Oktober 2026 unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen, das US-Justizministerium (DOJ) habe Fragen zu den möglichen Wettbewerbsfolgen der geplanten Übernahme von Hugging Face durch Nvidia gestellt. Im Mittelpunkt steht dem Bericht zufolge, ob die Plattform Nvidia Kontrolle über einen wichtigen Vertriebskanal für KI verschaffen könnte.

Welche Wettbewerbsfragen im Raum stehen

Die Reuters zugeschriebenen Fragen betreffen auch, ob Nvidia Hugging Face nutzen könnte, um Rivalen zu benachteiligen oder in KI-Märkten mehr Einfluss zu gewinnen. Das sind Fragen, die laut dem Bericht an das DOJ herangetragen wurden. Der Bericht nennt keine Feststellung zu einem Wettbewerbsverstoß.

Hugging Face ist eine Plattform, auf der Entwickler KI-Modelle, Datensätze und Anwendungen finden und bereitstellen können. Ihr möglicher Stellenwert als Vertriebskanal lässt sich an den Zahlen einordnen, die Nvidia bei der Ankündigung der Vereinbarung am 3. September 2026 nannte: mehr als 18 Millionen Entwickler, Forschende und Kreative, über 3 Millionen Modelle, 500.000 Datensätze, 1 Million Anwendungen und mehr als 200.000 Unternehmen, die die Plattform nutzten. Es sind Angaben von Nvidia.

Was Nvidia zum offenen Zugang erklärte

Nvidia erklärte, Entwickler sollten Modelle, Frameworks, Cloud- und Inferenzanbieter sowie Rechenplattformen selbst wählen können. Nvidia-Rechenleistung solle weder für die Entwicklung auf Hugging Face noch für die Bereitstellung darüber erforderlich sein. Das Unternehmen stellte diese Bedingungen in seiner Ankündigung der Übernahmevereinbarung vor. Sie beschreiben Nvidias Zusagen für die geplante Transaktion.

Den Hintergrund des Deals behandelt auch NeoTeos frühere Meldung zur Übernahmevereinbarung.

Dealwert und erwarteter Abschluss

Nvidia bezifferte den angekündigten Gesamtwert der Vereinbarung auf 12.930.300.000 US-Dollar. Reuters berichtete, Nvidia habe mit einem Abschluss im ersten Halbjahr 2027 gerechnet.