Nach einem Bericht von Next.ink wurden am 21. und 22. Oktober sechs Schwachstellenberichte der Trend Micro Zero Day Initiative an die private Sicherheitsliste des Linux-Kernels gesendet und zugleich auf öffentliche Entwicklungslisten kopiert. Die Meldungen enthielten technische Details wie Codepfade und KASAN-Traces. Die beschriebenen Auswirkungen sind mögliche Folgen der Fehler, keine bestätigten Angriffe.

Was die KSMBD-Meldungen beschreiben

Zwei der sechs Berichte betrafen KSMBD, den SMB-Server des Linux-Kernels. Für ZDI-CAN-33549 und ZDI-CAN-33774 wurde jeweils ein Wert von 9,0 nach CVSS 3.1 gemeldet.

Für ZDI-CAN-33549 beschrieb Next.ink einen Integer-Unterlauf im SMB-Direct-Pfad. Als Voraussetzungen wurden eine RDMA-fähige Schnittstelle, eine beschreibbare KSMBD-Freigabe und ein Client genannt, der SMB Direct aushandelt. SMB Direct ist optional und standardmäßig deaktiviert.

ZDI-CAN-33774 betraf laut dem Bericht eine Race Condition bei der Verarbeitung von SMB-Paketen. Die beschriebene Abfolge kurzer SMB1-Pakete und eines SMB2-Pakets innerhalb desselben TCP-Schreibvorgangs könne zu einer Ausführung von Code aus der Ferne führen. Ein Angreifer müsse Zugriff auf eine Freigabe haben; eine Autorisierung sei laut Bericht nicht erforderlich.

Weitere gemeldete Fehler

Englischsprachiger Kommentar von SavvyNik zur Veröffentlichung und den beiden KSMBD-Meldungen

Drei weitere Kennungen stehen für unterschiedliche gemeldete Probleme: ZDI-CAN-33367 betraf skb_zerocopy und wurde als mögliche lokale Rechteausweitung beschrieben. Bei ZDI-CAN-34068 ging es um einen Schreibzugriff außerhalb des vorgesehenen Speicherbereichs im VMware-Grafiktreiber vmwgfx, ebenfalls mit möglicher lokaler Rechteausweitung. ZDI-CAN-34076 betraf eine nicht initialisierte Ressource in nvmet und eine mögliche Offenlegung von Informationen.

Was die Kernel-Richtlinie zu KI-gestützten Meldungen sagt

Die Sicherheitsrichtlinie des Linux-Kernels verlangt, mit KI-Unterstützung entdeckte Fehler als öffentlich zu behandeln. Zugleich rät sie davon ab, einen Reproducer, also eine Anleitung oder ein Programm zur Nachstellung des Fehlers, öffentlich zu verbreiten.

Für eine Sicherheitsmeldung nennt die Richtlinie außerdem die betroffene Version oder den Commit, eine genaue Fehlerbeschreibung, den Reproducer oder dessen Status sowie die Bedingungen, unter denen der Fehler ausgelöst wird. Sie sieht auch eine Prüfung des Fehlers und Tests für einen vorgeschlagenen Fix vor.

Welche Patch-Arbeiten gemeldet wurden

PC Gamer berichtete am 23. Oktober 2026, für ZDI-CAN-33549 liege ein Patch in einem Git-Zweig vor, der für Linux v7.5 vorgesehen war. Der Bericht nannte außerdem Korrekturen, die in Beta- oder -next-Zweigen getestet oder vorgemerkt gewesen seien.