Apple hat Siri AI am 14. September 2026 als englische Beta für iOS 27, iPadOS 27, macOS 27, watchOS 27 und visionOS 27 gestartet. Die neue Assistenz versteht persönliche Zusammenhänge, kann Inhalte auf dem Bildschirm einordnen und Aktionen in kompatiblen Apps ausführen. Für offene Aufgaben im Web – etwa ein Konto anlegen, ein Formular ausfüllen oder eine Reservierung verwalten – reicht das derzeit nicht: Siri AI navigiert nicht eigenständig durch beliebige Websites.

Die neue Siri AI ist eine Beta mit gestuftem Zugang

Warum Siri AI in der EU zunächst fehlt: Regulierung, Datenschutz und Apples Position

Siri AI wird über eine Warteliste freigeschaltet. Der Aktivierungszeitpunkt kann variieren, und die erste Sprachversion ist Englisch. Apple hat Unterstützung für Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch für Oktober 2026 angekündigt.

Für Deutschland ist die regionale Einschränkung besonders wichtig: Siri AI ist zunächst nicht auf iPhone, iPad und Apple Watch verfügbar. Auf Mac und Apple Vision Pro soll sie in der EU unter Bedingungen laufen, wenn die Region des Apple Accounts in der EU liegt und sowohl die Gerätesprache als auch die Siri-Sprache Englisch sind.

Apple listet als kompatible Geräte das iPhone 15 Pro, iPhone 15 Pro Max, iPhone 16 oder neuer sowie iPhone Air. Unterstützt werden außerdem das iPad mini mit A17 Pro, iPad-Modelle mit M1 oder neuer, das MacBook Neo mit A18 Pro, Macs mit M1 oder neuer, die Apple Watch Series 9 oder neuer, die Apple Watch Ultra 2 oder neuer, die Apple Watch SE 3 mit einem geeigneten iPhone in der Nähe sowie Apple Vision Pro. Für Nutzer unter 13 Jahren ist Siri AI nicht verfügbar.

Was Siri AI im Apple-Ökosystem erledigt

Die stärkste Seite der neuen Siri liegt dort, wo Apple die Umgebung kontrolliert. Mit dem persönlichen Kontext kann die Assistenz Informationen aus unterstützten Apps wie Nachrichten, Mail, Fotos, Kalender, Notizen und Erinnerungen durchsuchen. So kann sie beispielsweise eine Information aus einer Nachricht mit einer späteren Anfrage verknüpfen.

Auch der aktuelle Bildschirminhalt wird zum Bezugspunkt. Siri AI kann Fragen zu dem beantworten, was gerade angezeigt wird, und passende Aktionen auslösen. Dazu kommen Aufgaben in kompatiblen Apps: Nachrichten senden, Kalendertermine anlegen, E-Mails entwerfen, Fotos bearbeiten und teilen, Kurzbefehle erstellen sowie Texte mit den Writing Tools entwerfen, überarbeiten oder kommentieren.

Eine eigene Siri-App bündelt Gespräche und synchronisiert deren Verlauf über iCloud zwischen unterstützten Apple-Geräten. Visual Intelligence ist über Siri auf dem iPhone, über Screenshots auf iPhone und iPad, über Tastaturkurzbefehle auf dem Mac und über visuelle Anfragen auf Apple Vision Pro erreichbar.

Apple beschreibt als technische Grundlage die nächste Generation der Apple Foundation Models. Sie laufen auf dem Gerät oder über Private Cloud Compute; Apple erklärt, dass persönliche Daten dabei nicht gespeichert und für Apple nicht zugänglich gemacht werden. Die neuen Modelle seien außerdem in Zusammenarbeit mit Google und dessen Gemini-Modellen entwickelt worden. Das bedeutet nicht, dass Siri AI dem Nutzer eine freie Auswahl zwischen verschiedenen Modellen anbietet.

Webwissen ist etwas anderes als Web-Automatisierung

Siri AI kann Informationen aus dem Web für aktuelle Antworten heranziehen. Das ist nützlich, wenn du eine Frage beantwortet haben möchtest. Es ist aber eine andere Kategorie als ein Agent, der sich selbst durch fremde Websites bewegt und eine komplette Aufgabe zu Ende bringt.

Siri AI erledigt derzeit keine frei angelegten Browser-Aufgaben wie das Erstellen eines Kontos, das Ausfüllen eines Formulars oder das Verwalten einer Reservierung. Aktionen auf dem Bildschirm und die Suche nach Webinformationen sind nicht dasselbe wie eine eigenständige Browser-Sitzung mit mehreren Schritten.

Genau an dieser Stelle unterscheiden sich die derzeit diskutierten KI-Agenten. Instinct wird als Cloud-Assistent beschrieben, der einen virtuellen Browser für mehrstufige Aufgaben bei externen Diensten nutzt und dafür etwa Konten wie Gmail verbinden kann. Muse von Meta Platforms wird ebenfalls als konkurrierender KI-Assistent genannt; eine vollständige Liste seiner unterstützten Aktionen liegt hier nicht vor.

Die praktische Trennlinie ist damit ziemlich klar: Siri AI arbeitet besonders eng mit Apples Apps, Daten und Oberflächen zusammen. Ein Web-Agent soll dagegen Aufgaben über Dienste hinweg erledigen, auch wenn dafür eine fremde Website, ein Login oder mehrere Formulare nötig sind.

Datenschutz und ein geschlossenes Ökosystem

Apples Ansatz setzt auf die Verbindung aus persönlichem Kontext und Kontrolle über die Plattform. Das macht Funktionen wie die Suche in Nachrichten, Kalendern und Fotos möglich, bindet sie aber zugleich an unterstützte Geräte, Apps, Sprachen und Regionen.

Apple begründet die Verzögerung in der EU mit Datenschutz-, Sicherheits- und Integritätsrisiken, die sich aus den Anforderungen des Digital Markets Act ergeben könnten. Die Europäische Kommission hält dagegen, dass der Digital Markets Act die Einführung neuer Produkte nicht verbiete. Die Debatte dreht sich damit um die Frage, wie offen Apples KI-Infrastruktur für andere Anbieter sein muss, ohne Apples Sicherheits- und Datenschutzmodell auszuhebeln.

Für Nutzer in Deutschland hat das eine unmittelbare Folge: Die leistungsfähigste neue Siri ist zum Start gerade dort nicht auf iPhone, iPad und Apple Watch verfügbar. Selbst wer kompatible Hardware besitzt, braucht außerdem die passende Sprache, Region und den Zugang zur Beta.