SK hynix rechnet damit, dass die weltweite Nachfrage nach Speicher das Angebot bis 2030 übersteigt. Das erklärte der südkoreanische Hersteller am 28. Oktober 2026 bei der Vorlage seiner vorläufigen Quartalsergebnisse. Als Gründe nennt das Unternehmen anspruchsvolle Fertigungsprozesse und lange Bauzeiten für neue Produktionsstätten. Zugleich plant SK hynix, die Fertigung von HBM4 und NAND auszubauen.
Eine frühere NeoTeo-Einordnung zu Intels Warnung vor einer Verschärfung im Jahr 2027 beleuchtete den vorausgehenden Ausblick. SK hynix legte nun seine eigene, auf den weltweiten Speichermarkt bezogene Prognose vor.
SK hynix meldete für das dritte Quartal 2026 vorläufig einen Umsatz von 104,6155 Billionen Won, einen operativen Gewinn von 83,3338 Billionen Won und einen Nettogewinn von 39,7756 Billionen Won. Die operative Marge betrug laut Unternehmen 80 Prozent. Der Umsatz lag 328 Prozent, der operative Gewinn 632 Prozent über dem Vorjahresquartal. SK hynix erklärte, die Finanzprüfung sei noch nicht abgeschlossen und die Zahlen könnten sich bei der unabhängigen Prüfung ändern.
Warum SK hynix mit einem knappen Angebot rechnet
SK hynix verweist auf die technische Schwierigkeit fortschrittlicher Fertigungsprozesse und die langen Vorlaufzeiten für neue Produktionsstätten. Die Kapazität lasse sich deshalb nicht kurzfristig an die wachsende Nachfrage anpassen.
Auch die Nachfrage nach KI-Speicher prägt den Ausblick des Unternehmens. SK hynix zufolge weiten sich Investitionen in KI-Infrastruktur über frühe Anwender hinaus auf Unternehmen und staatliche Initiativen aus. Kurzfristig treibe Unternehmens- und persönliche KI den Speicherbedarf; auf längere Sicht erwartet der Konzern zusätzliche Nachfrage durch physische KI, etwa autonomes Fahren und Robotik.
Welche Produktionskapazitäten SK hynix ausbauen will
Für HBM4, eine Generation des High Bandwidth Memory mit hoher Speicherbandbreite, will SK hynix das Werk M15X bis Ende 2026 auf maximale Kapazität hochfahren. Das Unternehmen erwartet, dass HBM4 im vierten Quartal 2026 HBM3E sowohl bei der Auslieferungsmenge als auch beim Umsatz übertrifft und zum Hauptprodukt wird.
Bei NAND, einem Speicher für nichtflüchtige Daten, plant SK hynix, den Anteil der 321-Lagen-Fertigung an der heimischen Produktionskapazität im vierten Quartal 2026 auf mehr als die Hälfte zu erhöhen. Damit soll das Angebot an leistungsstarken eSSDs wachsen. eSSD steht für Enterprise-SSD, also ein SSD-Laufwerk für den Unternehmenseinsatz.
Für Yongin Phase 1 erwartet SK hynix den Vollbetrieb im Jahr 2027. Das Unternehmen rechnet außerdem mit deutlich höheren Investitionen im kommenden Jahr. Umfang und Zeitpunkt will es flexibel an Nachfrage, Wettbewerbsfähigkeit, Profitabilität und Investitionseffizienz ausrichten.
Was die langfristigen Kundenverträge abdecken
SK hynix zufolge haben langfristige Lieferverträge mit 14 Großkunden, darunter führende globale Cloudanbieter, eine typische Laufzeit von fünf Jahren. Die Vereinbarungen decken mehr als 50 Prozent der gesamten Produktionskapazität des Unternehmens für 2027 und 2028 ab.
Die Preise sollen sich innerhalb einer mit den Kunden vereinbarten Spanne an den Marktbedingungen orientieren. SK hynix beschreibt diesen Mechanismus als Grundlage für stabilere Erträge und eine flexible Reaktion auf Marktveränderungen.