SK hynix und Intel sollen seit dem 16. September 2026 Gespräche über eine mögliche Speicherchipproduktion in den USA führen. Eine Option wäre, dass SK hynix einen Teil von Intels im Bau befindlichem Standort Ohio One anmietet. Ebenfalls im Raum steht ein Gemeinschaftsunternehmen von Intel, SK hynix und großen KI-Cloud-Anbietern. SK hynix erklärte, zusätzliche Produktionsstandorte zu prüfen und noch keine Entscheidung getroffen zu haben. Intel bezeichnete die Darstellung als Spekulation und erklärte, weiter in das Ohio-Projekt zu investieren.
Was in Ohio One verhandelt wird
Ohio One ist Intels im Bau befindlicher Fertigungsstandort im US-Bundesstaat Ohio. Für SK hynix könnte der Standort als Basis für eine US-Speicherproduktion dienen. Die mögliche Struktur ist offen: Neben der Anmietung eines Teils der Anlage wird ein Gemeinschaftsunternehmen mit Intel und großen KI-Cloud-Anbietern genannt.
SK hynix baut seine Kapazitäten angesichts der Nachfrage aus Rechenzentren und KI-Systemen aus. Das Unternehmen kündigte im Juni 2026 an, seine Produktionskapazität innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln. Im Juli sagte SK-Group-Chef Chey Tae-won, SK brauche möglichst eine Fabrik in den USA.
HBM ist der Hintergrund – aber kein festgelegtes Ohio-Produkt
HBM steht für High Bandwidth Memory, also Speicher mit besonders hoher Datenübertragungsrate. Die Technologie ist ein wichtiger Bestandteil von KI-Beschleunigern, weil sie große Datenmengen zwischen Speicher und Prozessor bewegt. SK hynix zählt zu den führenden HBM-Anbietern.
Die Gespräche drehen sich um US-Speicherproduktion. Eine konkrete HBM-Fertigung in Ohio ist dabei nicht festgelegt. HBM erklärt jedoch, warum ein zusätzlicher US-Standort für SK hynix strategisch interessant wäre und warum Intel als möglicher Fertigungspartner ins Spiel kommt.
Für Intel könnte ein Auftrag von SK hynix einen großen externen Kunden für Intel Foundry bedeuten. Die Foundry-Sparte fertigt Chips für andere Unternehmen und versucht, ihre US-Infrastruktur mit zusätzlichen Kunden auszulasten.
Ohio und Indiana sind zwei verschiedene Projekte
Das mögliche Ohio-Modell wäre an Intels Standort und an eine Kooperation zwischen mehreren Unternehmen gekoppelt. SK hynix’ eigenes Projekt in Indiana ist davon getrennt und mit einer US-Basis für HBM sowie fortgeschrittener Verpackungstechnik verbunden. Im August 2026 begann SK hynix dort mit dem Bau seiner ersten US-Anlage.
| Merkmal | Mögliche Vereinbarung in Ohio | SK-hynix-Projekt in Indiana |
| Standort | Ohio One, eine im Bau befindliche Intel-Anlage | Eigene Anlage von SK hynix in Indiana |
| Mögliche Struktur | Anmietung eines Anlagenteils oder Gemeinschaftsunternehmen | SK-hynix-eigenes US-Projekt |
| Technischer Bezug | US-Speicherproduktion; HBM als mögliche Anwendung | HBM-Verpackung und künftige US-HBM-Basis |
| Status | Gespräche und Optionen | Bau begonnen |
Die beiden Vorhaben verfolgen damit unterschiedliche Wege: In Ohio würde SK hynix möglicherweise Intels Infrastruktur und Partnernetzwerk nutzen, während Indiana die eigene US-Präsenz des Speicherherstellers ausbaut.
Was das Vorhaben erschweren könnte
Fortschrittliche Speichertechnik gilt in Südkorea als strategisch sensibel. Drei Quellen zufolge könnte die südkoreanische Regierung einer Produktion fortschrittlicher Speicher wie HBM in den USA widersprechen. Eine formelle Entscheidung der Regierung liegt dazu nicht vor.
Auch die technische Ausgestaltung bleibt offen. Bei einer Anmietung müsste geklärt werden, welche Fertigungsschritte Ohio One übernehmen würde. Ein Gemeinschaftsunternehmen würde wiederum die Rollen von Intel, SK hynix und den beteiligten KI-Cloud-Anbietern festlegen. Intel investiert nach eigenen Angaben weiter in Ohio, während SK hynix seine zusätzlichen Produktionsstandorte noch prüft.