Die Technologie hält Einzug an Orten, an denen sie traditionell nicht unbedingt willkommen war, und einer davon ist das Museum. Virtuelle Ausstellungen nehmen zu, ebenso wie Projekte zur Erhaltung und Restaurierung. Wenn wir dazu die weite Verbreitung mobiler Geräte bedenken, ist es unvermeidlich, eine neue Welle von Kunst-Apps zu entdecken. Eine davon ist Smartify, die visuelle Erkennung und erweiterte Realität einsetzt, um dem Nutzer zusätzliche Informationen über ein bestimmtes Kunstwerk zu liefern.
Bei meinem letzten Museumsbesuch fühlte ich mich besonders von einem kleinen Gemälde angezogen, das einen älteren Mann zeigt, der Suppe isst und ein kleines Notizbuch studiert, das sehr delikat auf einem Wasserglas balanciert. Google beharrt darauf, dass ich über „Dos viejos comiendo sopa“ von Francisco de Goya spreche (mit gelegentlichen Anklängen an Andy Warhol), aber die Suchmaschine irrt sich in mehrfacher Hinsicht, angefangen damit, dass sich dieses Werk im Prado-Museum befindet und ich dort nicht war. Jedes Mal, wenn ich versuchte, dieses Bild online zu finden, verlor ich Stunden, und obwohl es kaum zu glauben ist, lieferte das Museum keine Informationen. Das Gefühl ist, dass es eine einfachere Möglichkeit geben muss, Kunst zu identifizieren, und genau in diese Richtung zielt die App Smartify.
Das Prinzip hinter Smartify
Smartify hatte eine Art offizielle Präsentation an der Royal Academy of Arts in London Anfang Oktober, und ohne viel Umschweife bewerben ihre Entwickler sie als „einen Shazam für die Kunstwelt“. Die App basiert auf visueller Erkennung und nutzt im Hintergrund eine Reihe von „digitalen Signaturen“ bei der Identifizierung, die den ursprünglichen Inhalt auf eine Gruppe von Linien und Punkten reduzieren. Das Ergebnis ist ein Erlebnis in erweiterter Realität, das dem Nutzer zusätzliche Informationen über das Werk und seinen Urheber liefert. Die Funktionsweise von Smartify ist zentralisiert und an die Updates gekoppelt, die seine Datenbank erhält; sie hat jedoch auch eine soziale Komponente, die es dem Nutzer ermöglicht, seine Lieblingswerke zu teilen.
Es versteht sich von selbst, dass Smartify nicht perfekt ist und noch viel Arbeit vor sich hat. Seine Datenbank umfasst durchschnittlich 50.000 Einträge, genug, um die bedeutendsten Werke zu erkennen, aber die Online-Bewertungen der Nutzer sprechen für sich. Smartify ist für iOS und Android erhältlich.