Counterpoint schätzte die weltweiten Lieferungen von Smartphone-System-on-Chips (SoCs) für Q3 2026 vorläufig 21 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal ein. Die Entwicklung traf die Preissegmente und Chipanbieter unterschiedlich. Counterpoints Analyse
Eine separate Counterpoint-Auswertung ermittelte für Smartphone-Lieferungen im selben Quartal einen Rückgang um 20 Prozent. Dabei geht es um Geräte, während die 21 Prozent die Lieferungen der Chips betreffen. Counterpoints Smartphone-Auswertung
So verschoben sich die Anbieteranteile
Die von 9to5Mac wiedergegebenen Counterpoint-Anteile zeigen, wie sich die Verteilung der Smartphone-SoC-Lieferungen zwischen Q3 2025 und Q3 2026 veränderte:
| Anbieter oder Kategorie | Q3 2025 | Q3 2026 | Veränderung in Prozentpunkten |
| MediaTek | 34 % | 28 % | −6 |
| Qualcomm | 25 % | 22 % | −3 |
| Apple | 17 % | 21 % | +4 |
| UNISOC | 14 % | 13 % | −1 |
| Samsung | 6 % | 8 % | +2 |
| Others | 4 % | 8 % | +4 |
„Others“ fasst mehrere Anbieter zusammen. Rundungen können dazu führen, dass sich die ausgewiesenen Anteile nicht genau zu 100 Prozent addieren. Die Werte beschreiben die Verteilung der Lieferungen. Ein höherer Anteil allein sagt nicht aus, wie viele Chips ein Anbieter absolut ausgeliefert hat.
Marktanteile immer zusammen mit der Entwicklung des Gesamtmarkts betrachten: Die weltweiten Smartphone-SoC-Lieferungen sanken im Quartal um 21 Prozent.
Warum der Rückgang die Anbieter unterschiedlich traf
Counterpoint nannte höhere Speicherkosten, längere Austauschzyklen und vorsichtigeres Lagermanagement der Smartphonehersteller als Faktoren für den Rückgang. Besonders stark betroffen waren demnach das mittlere und das günstige Preissegment. Hersteller reduzierten ihr Angebot an Einstiegsmodellen und richteten den Fokus stärker auf ihre Margen; Premium-SoCs waren weniger stark betroffen.
Die Analyse führt die relative Widerstandsfähigkeit von Apple und Samsung auf integrierte Lieferketten und eine längerfristige Ausrichtung auf höherpreisige Geräte zurück. MediaTek und UNISOC seien stärker dem Druck im mittleren und unteren Segment ausgesetzt gewesen. Das sind Counterpoints Erklärungen für die ungleiche Entwicklung, keine bezifferte Aufteilung der Ursachen.
Bei Qualcomm verwies Counterpoint unter anderem auf den Chipmix der Galaxy-S26-Serie, in der Samsung Snapdragon 8 Elite Gen 5 und Exynos 2600 einsetze, sowie auf schwächere Verkäufe chinesischer Smartphonehersteller.
Speicherpreise und die Grenzen der Wiederverwendung
Das Wachstum der Smartphone-Speicherpreise verlangsamte sich laut Counterpoint in Q3 2026 gegenüber Q2 auf 5 bis 10 Prozent. Für Q4 erwartete das Unternehmen einen weiteren Anstieg um 5 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Einige Anbieter im Einstiegssegment setzten nach Counterpoints Analyse auf wiederverwendete Speicherchips, um Kosten zu senken. Die Lösung blieb eine Nische: Die enge Integration eines SoC mit Peripherieschaltungen und Funkkomponenten erschwert die Wiederverwendung technisch.
Counterpoints Prognosen für Q4 2026 und danach
Counterpoint erwartete, dass drei im September 2026 gestartete Flaggschiff-Chips die Premium-SoC-Lieferungen im vierten Quartal stützen würden: Apples A20 series, MediaTeks Dimensity 9600 Pro und Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 6 series. Alle drei basierten laut Analyse auf TSMCs 2-nm-Fertigung. Trotz des erwarteten Impulses sollten die Premium-Lieferungen unter dem Niveau von Q4 2025 bleiben.
Für das Gesamtjahr 2026 prognostizierte Counterpoint einen Rückgang der Smartphone-SoC-Lieferungen um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr und für 2027 einen weiteren Rückgang um 3 bis 4 Prozent im Jahresvergleich.