Lokale Smartphone-KI verarbeitet eine Anfrage auf dem Gerät. Ein lokales Modell allein garantiert jedoch nicht, dass auch die zugehörige App den gesamten Ablauf dort hält: Android beschreibt für Gemini Nano neben der lokalen Ausführung einen Hybridpfad, der bei Bedarf auf Gemini Flash oder Gemini Pro in der Cloud ausweichen kann. Für den Datenschutz zählt daher die Route der konkreten Funktion.

Was ein lokales Modell über die App verrät

Gemini Nano ist ein generatives KI-Modell, das Android-Apps über den Systemdienst AICore auf dem Gerät nutzen können. Dafür muss die App die passenden Schnittstellen integrieren. Die Fähigkeit des Modells, lokal zu rechnen, sagt für sich genommen also noch nicht, welchen Weg jede App-Anfrage nimmt.

Android Developers zufolge hat AICore selbst keinen direkten Internetzugriff. Internetanfragen, etwa für Modelldownloads, laufen über Private Compute Services. AICore isoliert außerdem jede Anfrage und behält nach ihrer Verarbeitung keine Aufzeichnungen der Ein- oder Ausgaben. Diese Angaben beziehen sich auf AICore; sie beschreiben nicht automatisch das gesamte Netzwerkverhalten einer App. Androids Dokumentation zu Gemini Nano und AICore erläutert diese Systemgrenzen.

Wann Android eine Anfrage in die Cloud leiten kann

Die Firebase AI Logic Hybrid API kann auf Gemini Flash oder Gemini Pro in der Cloud zurückgreifen, wenn Gemini Nano nicht verfügbar oder auf dem Gerät nicht unterstützt ist. Ob eine konkrete Funktion diesen Weg nutzt, hängt davon ab, welche Schnittstelle die App einbindet und wie sie eingerichtet ist.

Wer eine sensible Anfrage beurteilt, sollte deshalb auf die konkrete App-Funktion achten: Nutzt sie Gemini Nano lokal, oder ist ein Cloud-Fallback Teil des Ablaufs? Die Aussage, dass AICore keinen direkten Internetzugriff hat, beantwortet diese Frage für die App insgesamt nicht.

Was Apples Private Cloud Compute während der Berechnung bedeutet

Apple beschreibt Private Cloud Compute (PCC) als Cloud-Architektur für komplexe Apple-Intelligence-Anfragen, die größere Basismodelle benötigen. Nach Apples Darstellung werden Anfragedaten nur zur Bearbeitung genutzt und nach der Antwort gelöscht. Auch Apple-Mitarbeiter, einschließlich solcher mit Administratorrechten, sollen nicht darauf zugreifen können.

Apple zufolge werden Anfragen verschlüsselt an validierte PCC-Knoten übertragen. Während der Berechnung muss das Modell den Anfrageinhalt jedoch unverschlüsselt verarbeiten. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung während der Inferenz ist daher nicht möglich. Apple beschreibt für PCC stattdessen technische Zugriffsbeschränkungen und die Löschung nach Abschluss der Anfrage. Apples Beschreibung von Private Cloud Compute legt diese Schutzmaßnahmen als eigenes Architekturkonzept dar.

Die entscheidende Frage vor einer sensiblen Anfrage

Ein Hinweis auf ein lokales Modell beantwortet nicht allein, ob eine bestimmte App-Funktion Daten an einen Cloud-Dienst weiterleitet. Bei Android sind dafür die tatsächlich genutzte Schnittstelle und ein möglicher Hybridpfad relevant. Bei Apples PCC gehört zur Einordnung der Schutzmaßnahmen auch die Grenze, dass das Modell den Inhalt während der Cloud-Berechnung verarbeiten muss.