Die Verweise auf Großer Bruder und die Serie Person of Interest sind unvermeidlich. Jahre lang hieß es, die Technologie würde diesen Punkt erreichen, und alles, was wir sahen, waren Spötteleien über Paranoia und Übertreibung. Doch die Überwachungsplattform „Sense“, die in China eingesetzt wird, ist ziemlich real. 170 Millionen Kameras, die bis 2020 um weitere 450 Millionen Einheiten ergänzt werden sollen, registrieren und identifizieren jede Person, die vor ihre Linsen gerät, und die Regierung ist nicht die einzige, die diese Informationen nutzt.
Laut Lin Yuanqing, Direktor des Instituts für Deep Learning bei Baidu, gibt es eine massive Datenbank, die von der chinesischen Regierung gepflegt wird. Im Grunde haben fast alle Menschen über 18 Jahren mit einem modernen Ausweis ihre Gesichter in dieser Datenbank gespeichert. Der bloße Gedanke lässt einen schaudern, aber dieses Ausmaß an Überwachung wird nicht nur toleriert, sondern wird Teil des Alltags. Mehrere Unternehmen haben Gesichtserkennung bereits integriert, um den Zugang zu Gebäuden zu kontrollieren, Geld an Geldautomaten abzuheben und sogar Mittagessen in Schnellrestaurants vorzuschlagen. Wenn du Zweifel hast… sieh dir das an:
So funktioniert Sense
Menschen, die angehalten werden oder sich langsam bewegen, werden gelb markiert. Wer schneller mit Fahrrad oder Motorrad unterwegs ist, hat einen rosa Rahmen. Die übrigen Fahrzeuge in Blau. Echtzeit-Zählung. Tausende Bilder pro Minute. Die Szene wechselt zu einer Rolltreppe. „Personen von Interesse“ werden mit einer Genauigkeit von über 90 Prozent identifiziert, und alles, was das System Sense benötigt, sind ein oder zwei Bilder. Einige Quellen deuten darauf hin, dass Sense ein „Work in Progress“ ist und noch Zeit braucht, um das Labor zu verlassen, aber wenn es das schon kann, stellt euch die vollständige Version vor.
Privatsphäre versus Sicherheit
So kommen wir zur großen Debatte: Privatsphäre versus Sicherheit. Die Berichte, dass die chinesische Regierung diese Technologie einsetzt, um Aktivisten und politische Dissidenten einzuschüchtern, sind nicht neu. Der Plan ist, den Trugschluss „nichts zu verbergen“ in Wahrheit zu verwandeln, und Schritt für Schritt scheinen sie mit der Bequemlichkeit, Smartphones zu entsperren und Combos bei KFC zu bezahlen, Erfolg zu haben.