Tails ist ein kostenloses, Debian-basiertes Live-Betriebssystem vom Tor Project. Es startet von einem USB-Stick oder einer DVD, leitet Internetverkehr über Tor und verwirft Sitzungsdaten beim Herunterfahren standardmäßig. Ein am 2. Oktober 2026 veröffentlichter Praxistest meldete rund 24 Sekunden bis zum Desktop auf einem einzelnen, nicht näher bezeichneten Mini-PC.
Tails startet vom Wechseldatenträger und leitet Internetverkehr über Tor
Tails läuft im Arbeitsspeicher des Computers und schreibt laut Tails Project nicht auf die interne Festplatte. Der Internetverkehr wird durch Tor über drei Relais geleitet. So können Nutzerinnen und Nutzer ein tragbares, datenschutzorientiertes System verwenden, ohne Tails auf der internen Festplatte zu installieren.
Was ein Praxistest auf einem Mini-PC beobachtete
Der am 2. Oktober 2026 veröffentlichte Praxistest meldete einen Start bis zum Desktop in rund 24 Sekunden. Außerdem zeigte der Arbeitsspeicher-Monitor etwa 2,6 GB belegten RAM an. Beide Werte beziehen sich auf einen einzelnen Mini-PC; sie sind keine allgemeine Leistungsangabe für Tails.
Was Tails beim Herunterfahren verwirft und Persistent Storage behält
Die Standardsitzung ist amnesisch: Beim Herunterfahren wird der im Arbeitsspeicher gehaltene Sitzungsinhalt gelöscht. Für ausgewählte Dateien und Einstellungen bietet Tails optional den verschlüsselten Persistent Storage auf dem USB-Stick.
Beim berichteten Neustart-Check verschwand eine auf dem Desktop gespeicherte Datei; eine Datei im entsperrten Persistent Storage blieb erhalten. Das veranschaulicht den Unterschied zwischen der flüchtigen Standardsitzung und den gezielt gespeicherten Daten.
Welche Grenzen der Datenschutz hat
Tails garantiert keine Anonymität. Wer sich bei einem persönlichen Konto anmeldet, kann sich gegenüber dem jeweiligen Dienst identifizieren; ein Internetanbieter kann erkennen, dass eine direkte Verbindung zu Tor besteht. Das Tails Project warnt außerdem, dass schädliche Hardware eine Sitzung gefährden kann.
Auch die Gerätekompatibilität ist begrenzt. Tails benötigt einen 64-Bit-x86-64-Prozessor, der mit IBM-PC-kompatiblen Computern funktioniert. Für einen reibungslosen Betrieb empfiehlt das Tails Project 3 GB RAM; der USB-Stick muss mindestens 8 GB Speicherplatz bieten. Bei der Installation werden vorhandene Daten auf dem Stick gelöscht. ARM- und PowerPC-Systeme, Smartphones, Tablets, Raspberry Pi und Macs mit Apple-Prozessoren werden nicht unterstützt. Nvidia- und AMD-Radeon-Grafikkarten funktionieren laut Tails Project häufig nicht.
Für welchen Zweck Tails gedacht ist
Tails ist für tragbare, datenschutzorientierte Sitzungen ausgelegt, bei denen Internetverkehr über Tor läuft und Sitzungsdaten standardmäßig beim Herunterfahren verworfen werden. Kali Linux verfolgt einen anderen Zweck: Die Distribution richtet sich an Informationssicherheitsarbeit, darunter Penetrationstests und Sicherheitsforschung.