Am 14. September 2026 kritisierte Donald Trump Googles geplante Expansion in Finnland und forderte das Unternehmen zum Umdenken auf. Trump führte schwierige Genehmigungsverfahren in den USA als Grund für den Schritt an. Google plant für 2027 und 2028 mindestens 13 Milliarden Euro für finnische Rechenzentren, Energieprojekte und lokale Partnerschaften.
Googles Finnland-Plan und Trumps Kritik
Das Vorhaben umfasst drei geplante neue Rechenzentren in Kajaani, Muhos und Vaala sowie eine Erweiterung des bestehenden Standorts in Hamina. Die Infrastruktur soll Dienste wie Gemini, Google Search, Maps und YouTube unterstützen.
Google ist bereits seit Jahren in Finnland aktiv. Das Unternehmen kaufte 2009 eine ehemalige Papierfabrik in Hamina; 2011 wurde dort das erste finnische Google-Rechenzentrum eröffnet. Die geplante Investition baut damit auf einer vorhandenen Infrastruktur auf.
Trump stellte die schwierigen US-Genehmigungen als Grund für Googles Finnland-Plan dar. Der Bau der neuen Rechenzentren und die Erweiterung in Hamina sind für 2027 und 2028 vorgesehen.
Was zum finnischen Ausbau gehört
| Projektbestandteil | Ort oder Umfang | Wert, Kapazität oder Dauer | Zeitpunkt oder Bedingung |
| Neue Rechenzentren | Kajaani, Muhos und Vaala | 3 Standorte | Geplanter Ausbau 2027–2028 |
| Erweiterung eines bestehenden Rechenzentrums | Hamina | Bestehender Standort | Geplanter Ausbau 2027–2028 |
| Stromabnahmevertrag | Loviisa, mit Fortum | 22 Jahre | Beginn 2028; bis zu 50 % der Gesamtkapazität von 2030 bis 2049 |
| Batteriesystem | Nähe Kajaani | 94 MW Leistung | Geplanter Betriebsbeginn Ende 2027 |
| Unterstützte Onshore-Windkraft | Finnland | 629 MW neue Kapazität | Bestandteil des Energiepakets |
| Lokale Partnerschaften | Hamina, Kajaani, Muhos und Vaala | 31 Millionen Euro | Programm über vier Jahre |
| KI-Qualifizierung | Finnland | Mehr als 4.400 Beschäftigte | Bestandteil des geplanten Programms |
| Rechenzentrum-Training | Finnland | Bis zu 100 Studierende | Einjähriges Programm |
Warum Energie und Netze eine zentrale Rolle spielen
Bei großen Rechenzentren geht es nicht nur um Server und Glasfaser. Benötigt werden auch Netzkapazität, planbare Stromversorgung und zusätzliche Infrastruktur für das Energiesystem. Die geplanten Standorte im Norden Finnlands werden mit der dort verfügbaren Netzinfrastruktur verbunden.
Google verbindet den Ausbau mit mehreren Energieprojekten. Die 629 MW beziehen sich auf unterstützte neue Onshore-Windkapazität. Das Batteriesystem nahe Kajaani soll mit einer Leistung von 94 MW zur Flexibilität des Stromsystems beitragen. Megawatt beschreibt dabei die Leistung, nicht die gespeicherte Energiemenge oder die Laufzeit des Speichers.
Auch die Netzwerktechnik gehört zum Vorhaben. Elisa ist als Verbindungspartner genannt, Nokia soll an optischer und IP-Konnektivität arbeiten. Für KI-Dienste müssen Rechenleistung, Speicher und Datenverkehr über leistungsfähige Netze zusammengeführt werden.
Der Fortum-Vertrag ist kein Kraftwerkskauf
Google kauft nicht das Kernkraftwerk Loviisa. Google und Fortum haben einen Stromabnahmevertrag geschlossen, also eine Vereinbarung über den Bezug von Elektrizität. Der Vertrag überträgt weder Eigentum noch Betrieb des Kraftwerks an Google.
Die Vereinbarung läuft über 22 Jahre und soll 2028 mit einer kleineren Kapazität beginnen. Zwischen 2030 und 2049 soll Googles vertraglich gesicherter Anteil bis zu 50 % der Gesamtkapazität von Loviisa erreichen. Die strategische Partnerschaft soll den Betrieb des Kraftwerks bis zum Ende seiner Betriebsgenehmigungen im Jahr 2050 unterstützen.
Damit wird der Ausbau der KI-Infrastruktur mit langfristiger Strombeschaffung verknüpft. Ein Rechenzentrum braucht neben Servern auch planbare Versorgung und passende Netzanschlüsse.
Windkraft, Batterie und regionale Programme
Das Paket reicht über die Rechenzentren hinaus. Für Hamina, Kajaani, Muhos und Vaala sind lokale Partnerschaften mit einem Volumen von 31 Millionen Euro über vier Jahre vorgesehen. Ein KI-Qualifizierungsprogramm soll mehr als 4.400 Beschäftigte erreichen; außerdem ist ein einjähriges Rechenzentrum-Training für bis zu 100 finnische Studierende geplant.
Für die erste Bauphase stellt Google mehr als 37.000 unterstützte Arbeitsplätze in Aussicht, darunter rund 16.000 Arbeitsplätze im Bau. Zusätzlich nennt das Unternehmen einen durchschnittlichen jährlichen Beitrag von 3,6 Milliarden Euro zum finnischen Bruttoinlandsprodukt für 2027 und 2028.
Für die spätere Betriebsphase stellt Google rund 7.000 jährlich unterstützte Arbeitsplätze in Aussicht. Diese Zahl umfasst Tätigkeiten vor Ort, Arbeitsplätze bei Zulieferern und Effekte durch lokale Ausgaben; sie bezeichnet nicht ausschließlich direkte Google-Beschäftigung.
Der weitere Zeitplan
Der Bau der neuen Rechenzentren und die Erweiterung in Hamina sind für 2027 und 2028 geplant. Das Batteriesystem nahe Kajaani soll Ende 2027 den Betrieb aufnehmen. Der Stromabnahmevertrag mit Fortum soll 2028 beginnen; der Anteil von bis zu 50 % an Loviisas Gesamtkapazität ist für den Zeitraum 2030 bis 2049 vorgesehen.