Der Tech Transparency Project (TTP) berichtete am 19. Oktober 2026, dass vier US-Testkonten für einen 13-jährigen Jungen Zugang zu insgesamt 135 unterschiedlichen Apps hatten, die sexualisierte KI-Bilder erzeugen oder Personen digital entkleiden konnten. Darunter waren auch beaufsichtigte Konten im Apple App Store und bei Google Play. TTPs Untersuchung umfasste zwei Konten pro Store, eines davon jeweils mit aktivierter Kindersicherung. TTPs Bericht zum Test
Was TTP getestet hat
Alle vier Konten waren auf denselben Nutzer eingestellt: einen 13-jährigen Jungen in den USA. TTP prüfte Apps mit KI-generierten Bildern fiktiver Frauen, nicht mit Fotos realer Frauen. Als geeignet für die Untersuchung galten Apps, die eine Frau ganz oder teilweise nackt oder in Bikini beziehungsweise Unterwäsche darstellen konnten. Wenn sich solche Funktionen erst hinter einer Bezahlschranke zeigten, testete TTP auch kostenpflichtige Funktionen.
Die 135 Apps sind die Zahl unterschiedlicher Anwendungen, auf die mindestens eines der vier Konten zugreifen konnte. Die Ergebnisse je Konto überschneiden sich und lassen sich deshalb nicht zu einer Gesamtzahl addieren.
Die Ergebnisse für Apple und Google
TTP meldete für die vier Konten diese Zugriffszahlen:
| Store und Kontoeinstellung | Apps, auf die das Testkonto zugreifen konnte |
| Apple App Store, Standardeinstellungen | 61 |
| Apple App Store, Kindersicherung aktiviert | 24 |
| Google Play, Standardeinstellungen | 47 |
| Google Play, Kindersicherung aktiviert | 51 |
Das sind Ergebnisse für die jeweiligen Testkonten, keine Zugriffsquote für Jugendliche. Auffällig ist der Unterschied zwischen den beiden beaufsichtigten Konten: Im Apple-Testkonto waren es 24 Apps, im Google-Testkonto 51. Die Zahlen beschreiben diesen Versuch, nicht das Verhalten aller Konten oder Stores.
Welche Zustimmung die beaufsichtigten Konten verlangten
TTP richtete für die beaufsichtigten Konten Altersbeschränkungen für einen 13-Jährigen ein und verlangte die Zustimmung eines Elternteils für Downloads und In-App-Käufe. Das Elternkonto genehmigte Apps, die für das Alter als geeignet eingestuft waren. TTP führte den Zugang zu den getesteten Apps darauf zurück, dass ihre Altersbewertungen den Filter passieren ließen. Nach Darstellung des Projekts stützten sich beide Stores bei Altersbewertungen auf Angaben der Entwickler.
Die elterliche Freigabe war also Teil des Testablaufs. Bei den untersuchten Apps lag der Knackpunkt darin, dass ihre Einstufung sie als altersgerecht erscheinen ließ.
Käufe und entfernte Apps
Bei Tests mit Geschenkkarten für Abos innerhalb bereits heruntergeladener Apps erhielten verknüpfte Elternkonten laut TTP weder bei Apple noch bei Google eine Benachrichtigung. Apple teilte TTP mit, dass für einen solchen Kauf eine Genehmigungsanfrage hätte ausgelöst werden müssen; das unerwartete Verhalten werde untersucht. Auch diese Beobachtungen stammen aus den vier US-Testkonten. TTPs Angaben zu Käufen und App-Entfernungen
Für den Stand vom 28. September 2026 meldete TTP, Apple habe 25 Apps und Google sechs Apps aus den Stores entfernt. Die entfernten Apps aus der Testgruppe liefen auf den Testtelefonen weiter. Eine Entfernung aus dem Store beendete ihre Funktion auf diesen Geräten demnach nicht.
Apples aktualisierte App-Regeln
Apple veröffentlichte am 16. Oktober 2026 eine Aktualisierung seiner App Review Guidelines. Die Regeln verpflichten Apps ausdrücklich dazu, nicht einvernehmliche intime Bilder zu verhindern und zu entfernen, auch wenn sie mit KI erzeugt wurden. Die Mitteilung präzisierte außerdem Apples Vorgaben für Apps, die Funktionen während der Prüfung verschleiern oder falsch darstellen. Apples Mitteilung zu den aktualisierten Richtlinien