Am 3. November 2026 berichtete Android Authority, Google habe die Apps aus Google Play, auf die sich eine Wired-Recherche bezog, bereits entfernt und Hunderte weitere Apps suspendiert. Google-Sprecher Dan Jackson sagte demnach, Google Play verbiete Apps mit sexuellen Inhalten oder Funktionen, die Menschen digital entkleiden. Android Authority zufolge nannte Google außerdem Einschränkungen für entsprechende Suchbegriffe und Verbesserungen bei der Prüfung generativer KI-Apps.
Wie gewöhnliche Apps verborgene Funktionen freischalten konnten
Nudify-Apps sollen aus Fotos künstliche Nacktdarstellungen erzeugen. Wired beschrieb ein Netzwerk von rund 400 Apps und Websites, das mit chinesischsprachigen Entwicklern in Verbindung gebracht wurde. Die Angebote tarnten sich demnach teils als Sprachlern-, Haustierfoto- oder Fitness-Apps. Laut der Zusammenfassung von Android Authority konnte ein Server steuern, ob eine installierte App ihre gewöhnliche Oberfläche zeigte oder einen versteckten Generator freischaltete.
Als möglicher Auslöser wurde die direkte Installation nach einem Klick auf eine Meta-Anzeige mit expliziten Deepfake-Inhalten genannt. Die Forschenden nannten keine allgemeingültige Liste solcher Auslöser.
Die Suche im Store konnte ebenfalls zu den Apps führen
Chosun berichtete am 16. April 2026 über eine separate TTP-Suche. Dabei hätten Suchergebnisse Anzeigen für Nudify-Apps gezeigt, die automatische Vervollständigung habe verwandte Begriffe vorgeschlagen und der Klick auf einen Eintrag habe ähnliche Apps empfohlen. So konnten Nutzer laut diesem Bericht auch über Such- und Empfehlungsfunktionen der Stores auf solche Angebote stoßen.
Warum die verschiedenen Zahlen kein Wachstum belegen
Wireds Angabe von rund 400 umfasst Apps und Websites. Chosun zufolge ergab die separate Suche 46 Treffer im App Store und 49 bei Google Play. Rund 40 Prozent dieser Treffer hätten die beschriebene KI-Funktion gehabt. Rechnerisch sind 40 Prozent von 95 etwa 38 Apps. Android Authority hatte ebenfalls eine frühere Zahl von rund 38 Apps genannt. Die beiden App-Zahlen stammen aus getrennten Zählungen; die rund 400 beziehen zusätzlich Websites ein. Daraus lässt sich keine Zunahme ableiten.
Apples Erklärung zur App-Prüfung
Apple sagte gegenüber Wired, die betreffenden Apps hätten bei der Prüfung den Regeln entsprochen. Später hätten Entwickler die Website geändert, von der die Apps Inhalte bezogen, und sie über pornografische Anzeigen auf einer Drittanbieterplattform beworben. Das ist Apples Darstellung des Ablaufs. NeoTeo hat die Regeln bereits in einem Hintergrund zu Apples Vorgaben für KI-Inhalte und versteckte Funktionen im App Store erläutert.