Phoronix meldete am 14. Oktober 2026 für amd64v3-Pakete in einem Ubuntu-26.10-Benchmark einen leichten Gesamtvorsprung über mehr als 200 Tests. Der Effekt hing jedoch von der Arbeitslast ab: Einige Tests profitierten, viele andere zeigten kaum oder keinen messbaren Unterschied. Phoronix verglich die Paketvarianten auf demselben System.

Was Phoronix auf dem EPYC-System verglich

Für den Vergleich nutzte Phoronix einen nahezu fertigen Ubuntu-26.10-Build und führte dieselben Tests auf derselben Hardware aus: mit den üblichen amd64-Paketen und anschließend mit amd64v3-Paketen. Das System bestand aus einem Gigabyte MZ33-AR1 und einem AMD EPYC 9555P mit 64 Kernen. amd64v3 bezeichnet dabei eine Paketvariante für die x86-64-v3-Befehlssatzstufe.

Der aggregierte Vorsprung fiel laut Phoronix’ Gesamtergebnis leicht aus. Eine Gesamtprozentzahl nennt der Berichtstext nicht. Entscheidend ist deshalb, was bei den einzelnen Anwendungen geschah.

Welche Arbeitslasten profitierten?

Phoronix beschrieb Verbesserungen bei GNU Radio, SPECFEM3D, Incompact3D und einzelnen Python-Operationen. Bei einigen PostgreSQL-Konfigurationen fiel der Vorteil gering aus; ClickHouse lief mit amd64v3 ebenfalls nur leicht günstiger. Die Ergebnisse für verschiedene Anwendungen, weitere Simulationen und Blender sowie Python, PHPBench und Perl zeigen, wie stark das Resultat vom jeweiligen Programm abhing.

ArbeitslastVon Phoronix beschriebener Effekt mit amd64v3
GNU Radio, SPECFEM3D, Incompact3DVerbesserungen in den Tests
Ausgewählte Python-OperationenVerbesserungen, aber nicht über das gesamte Testspektrum hinweg
PostgreSQLEinige Nur-Lese-Konfigurationen liefen leicht besser
ClickHouseNur ein kleiner Vorteil
RELION, NWChemKein Zugewinn
NAMD, OpenRadiossKein messbarer Leistungsunterschied bei den getesteten offiziellen Release-Binärdateien
OpenFOAM, BlenderKein bedeutsamer beziehungsweise messbarer Unterschied in den beschriebenen Tests
PHPBench, PerlPHPBench blieb unverändert; für Perl meldete Phoronix ebenfalls keine Änderung

Das Ergebnis ist also kein pauschaler Beschleuniger für jede Anwendung. Wer vor allem eine der Arbeitslasten nutzt, bei denen Phoronix einen Vorteil beobachtete, könnte davon eher profitieren als bei Programmen, die im Test unverändert blieben. Der Gesamtwert allein sagt wenig darüber aus, was ein bestimmter Rechner im eigenen Alltag gewinnt.

CPU-Verbrauch und Kompatibilität

Ubuntu 26.10: Phoronix meldet leichten amd64v3-Vorsprung im EPYC-Test

Phoronix stellte in diesem Vergleich keinen messbaren Unterschied beim CPU-Stromverbrauch zwischen den Paketvarianten fest. Auch dieser Befund bezieht sich auf den getesteten Rechner und die untersuchten Arbeitslasten.

Ubuntu beschrieb amd64v3 in seiner Ankündigung vom 30. Oktober 2025 als wählbare Architekturvariante für Ubuntu 25.10. Für den Kompatibilitätscheck nannte Ubuntu den Befehl ld.so --help | grep '\-v[0-9]'; die passende Ausgabe lautet x86-64-v3 (supported, searched). Das bedeutet, dass der Systemlader diese Befehlssatzstufe unterstützt und berücksichtigt.

Ubuntu warnte in derselben Ankündigung, dass sich ein Laufwerk mit x86-64-v3-Paketen nicht auf einen Rechner übertragen lässt, der diese Befehlssatzstufe nicht unterstützt. Phoronix bezeichnete das amd64v3-Archiv in seinem Bericht vom 14. Oktober 2026 als optional und schrieb, Canonical habe es bis dahin nicht offiziell als Alternative zu den generischen amd64-Binärpaketen bestätigt.