Ubuntu führte im Tracker vom 5. November 2026 die generischen Kernelziele für 22.04, 24.04, 26.04 und 26.10 als „verwundbar, Bearbeitung läuft“. Marcus Hutchins meldete, seit dem 2. November seien offenbar Systeme über MPTCP-Verbindungen auf Port 443 sondiert worden. Seine Meldung beschrieb Scanning, keine bestätigten Einbrüche.

Was über die gemeldeten Scans bekannt ist

Hutchins veröffentlichte seine Meldung am 3. November. Die von ihm beschriebene Aktivität begann demnach am 2. November und nutzte Multipath TCP (MPTCP) auf Port 443. Der Beitrag nennt mutmaßliche Suchaktivität, keine bestätigte Ausnutzung der Schwachstelle.

Ubuntu-Patchstand nach Kernelziel

Der Ubuntu-Sicherheitstracker nennt für die vier generischen linux-Pakete diese Zielversionen und führt jedes Ziel als verwundbar, während die Bearbeitung läuft. Die Angaben beziehen sich auf den Trackerstand vom 5. November 2026.

Ubuntu-VersionZielversion des generischen linux-KernelsTrackerstatus am 5. November 2026
22.045.15.0-203.213Verwundbar, Bearbeitung läuft
24.046.8.0-149.149Verwundbar, Bearbeitung läuft
26.047.0.0-43.43Verwundbar, Bearbeitung läuft
26.107.3.0-10.10Verwundbar, Bearbeitung läuft

Canonical kündigte am 2. November Fixes im optionalen Kanal -proposed für Ubuntu 22.04, 24.04 und 26.04 an. Pakete in diesem Testkanal werden nicht automatisch als reguläre Sicherheitsupdates installiert. Der Tracker führt Kernelvarianten wie linux-aws, linux-gcp, linux-azure, HWE und FIPS separat; die generischen Zielversionen aus der Tabelle gelten daher nicht automatisch für diese Varianten. Canonicals Ankündigung zu -proposed und Ubuntu-Sicherheitstracker enthalten die jeweiligen Statusangaben.

Für die generischen linux-Pakete älterer Versionen markierte der Tracker Ubuntu 20.04, 18.04 und 16.04 als verwundbar; Ubuntu 14.04 war als nicht betroffen aufgeführt.

So prüfen Administratoren den laufenden Kernel

Das englischsprachige linuxhint-Video zeigt Terminalprüfungen von Kernelversion und MPTCP-Einstellungen.

Entscheidend ist die genaue Ubuntu-Version samt Kernelvariante. uname -r zeigt die Version des laufenden Kernels. Nach einem Kernelwechsel muss der Server mit dem betreffenden Kernel neu gestartet werden; anschließend lässt sich die aktive Version erneut mit uname -r abfragen.

Das Video wurde am 31. Oktober veröffentlicht. Seine damalige Patch-Einordnung stammt damit aus der Zeit vor Canonicals Ankündigung vom 2. November.

IPv4-TCP-Fehler und gemeldeter Laborversuch

CVE-2026-98432 ist ein Use-after-free-Fehler bei der Verarbeitung von IPv4-TCP-Verbindungen im Linux-Kernel. Dabei greift der Kernel auf Speicher zu, nachdem dieser freigegeben wurde. Der Ubuntu-Tracker bewertet die Schwachstelle mit CVSS 3.1 als kritisch und vergibt den Wert 9,8. Der Fehler betrifft die IPv4-TCP-Verarbeitung; MPTCP war Teil des von Anthropic beschriebenen Versuchsaufbaus, ist aber nicht der Umfang der Schwachstelle.

Anthropic berichtete am 27. Oktober, ein internes, nicht veröffentlichtes Claude-Forschungsmodell habe in einem Labor einen Exploit bis zu Root-Rechten auf einem Linux-Server mit MPTCP-Listener erzeugt. Anthropic beschreibt den Laborversuch; der berichtete Versuch betraf einen Laboraufbau.