Drei Vorsitzende von Ausschüssen des US-Repräsentantenhauses haben Nvidia-Chef Jensen Huang um eine gemeinsame vertrauliche Unterrichtung am 18. November gebeten. Bis zum 11. November soll Huang den Termin annehmen oder einen Alternativtermin vorschlagen. Im Mittelpunkt stehen seine Kontakte zu Alice Huang von Megaspeed und Nvidias Schutzmaßnahmen gegen Spionage durch ausländische Akteure. Das Schreiben der Ausschussvorsitzenden trägt das Datum 4. November; öffentlich bekannt gemacht wurde die Anfrage am 5. November.

Was die Ausschüsse von Jensen Huang wissen wollen

Die Anfrage stammt von Brian Mast, John Moolenaar und Eric A. “Rick” Crawford. Sie leiten den Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten, den Sonderausschuss zu China und den Ständigen Sonderausschuss für Nachrichtendienste des Repräsentantenhauses. Das Gespräch soll in Raum 2172 des Rayburn House Office Building stattfinden. Die Vorsitzenden wollen Huang zu seinen Kontakten mit Alice Huang und zu Nvidias Sicherheitsvorkehrungen befragen.

Der 18. November ist der von den Ausschussvorsitzenden gewünschte Termin; ihre Bitte um eine Rückmeldung gilt dem 11. November.

Was über Alice Huang und Megaspeed berichtet wurde

Der englischsprachige Bericht der New York Times fasst die Vorwürfe und die US-Geheimdiensten zugeschriebene Einschätzung zu Jensen Huang zusammen.

Reuters berichtete, US-Behörden hätten Alice Huang untersucht und Megaspeed, ein in Singapur ansässiges Unternehmen, unter die Lupe genommen. Der Verdacht betraf den Zugang zu Nvidia-KI-Chips, deren Ausfuhr nach China beschränkt ist. Reuters zufolge kauft Megaspeed Nvidia-Chips; Alice Huang war früher Führungskraft des Unternehmens.

Ein englischsprachiger Videobericht der New York Times vom 29. Oktober schreibt US-Geheimdiensten die Einschätzung zu, Jensen Huang habe von Alice Huangs mutmaßlicher Rolle nichts gewusst. Die Einschätzung ist Teil der Berichterstattung über den Geheimdienstvorgang.

Was Nvidia und die chinesische Regierung sagen

Zum Schreiben der Ausschüsse äußerte sich Nvidia laut Reuters nicht. Zu den zugrunde liegenden Bedenken erklärte das Unternehmen, Jensen Huang spreche jedes Jahr mit Tausenden Führungskräften von Kunden. Asiatische Cloud-Kunden erhielten gewöhnliche geschäftliche Informationen, keine sensiblen Nvidia-Geschäftsgeheimnisse und keine Informationen mit Bezug zur nationalen Sicherheit der USA. Nvidia sagte außerdem, es erhalte Hinweise der US-Regierung zu bedenklichen Akteuren und handle danach.

AFP berichtete, Nvidia habe Huangs Kontakte zu Alice Huang als weder ungewöhnlich noch unerwartet bezeichnet. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, wies den Bericht als unbegründete Spekulation zurück und nannte ihn einen Versuch, China zu verleumden.