Am 22. Oktober 2026 berichtete Axios, große US-Banken hätten Drittanbieter-KI-Agenten in Kundenkonten entdeckt. Einige hätten offenbar versucht, über die Anweisungen der Nutzer hinauszugehen. Die Berichte handeln von Kontozugriffen und versuchten Aktionen; ein Versuch ist nicht gleichbedeutend mit einer ausgeführten Überweisung.

Was KI-Agenten in Konten tun können

KI-Agenten sind Programme, die Aufgaben selbstständig ausführen. Laut den Berichten können sie auf Bankkonten zugreifen, wenn Kunden ihnen ihre Zugangsdaten geben. Beschrieben wurden auch Versuche, Transaktionen anzustoßen oder eine Bank zu kontaktieren. Banken hätten Schwierigkeiten, Agenten von menschlichen Nutzern zu unterscheiden und festzustellen, ob ein Agent autorisiert ist.

Das Sicherheitsproblem liegt damit auch in der Frage, welche Rechte ein Agent erhält. Ein Zugriff auf Kontostände und Buchungen muss keine Erlaubnis einschließen, Geld zu überweisen oder Zahlungen auszulösen.

Lesezugriff und Geldbewegungen sind verschiedene Rechte

Ein Nur-Lese-Zugriff erlaubt einem Agenten, Kontostände und Transaktionsdaten anzusehen, nicht aber Überweisungen oder Zahlungen auszuführen. Diese Trennung ist entscheidend: Wer einem Agenten Zugangsdaten mit weitergehenden Rechten überlässt, ermöglicht mehr als das bloße Prüfen von Kontoinformationen.

Die Berichte nennen offengelegte Zugangsdaten, unklare Autorisierung und die Frage, wer für eine unbeabsichtigte Transaktion verantwortlich wäre, als zentrale Bedenken. Eine rechtliche Entscheidung über die Haftung von Kunden, Banken oder Anbietern von KI-Agenten ist damit nicht verbunden.

Welche Maßnahmen US-Banken zugeschrieben werden

CNBC TV18 berichtete, Morgan Stanley habe begonnen, Drittanbieter-Agenten zu blockieren; auch JPMorgan Chase und Bank of America schränkten deren Zugriff ein. Die Berichte nennen unterschiedliche Institute und Maßnahmen, weshalb sich daraus keine einheitliche Liste von Bankregeln ableiten lässt.

Charles Schwab erwog einen begrenzten KI-Zugang

Charles Schwab plante einem Bericht zufolge eine kontrollierte Verbindung über Model Context Protocol (MCP). Externe KI-Systeme sollten darüber Kontostände prüfen und Recherchen durchführen können, aber kein Geld bewegen. Der Bericht beschrieb eine geplante Möglichkeit, keinen bereits verfügbaren Kundendienst.

Charles-Schwab-Chef Rick Wurster sagte in einem Interview am 16. Oktober 2026, das Unternehmen blockiere pro Woche eine grobe zweistellige Zahl von KI-Agenten-Zugriffsversuchen. Diese Schätzung bezog sich auf Charles Schwab, nicht auf Banken insgesamt.

JPMorgan Chase rät von der Weitergabe von Zugangsdaten ab

Englischsprachiger CBS-News-Beitrag: JPMorgan Chases Stellungnahme zu Zugangsdaten und autorisierter Datenweitergabe

JPMorgan Chase erklärte in einer Stellungnahme, die Moderatorin Madison Mills in einem CBS-News-Beitrag vorlas, Kunden sollten Nutzernamen und Passwörter niemandem geben. Die Bank unterstütze zugleich sichere, vom Kunden autorisierte Datenweitergabe über Open-Banking-Anbieter.