Split Tunneling leitet ausgewählten Datenverkehr durch den VPN-Tunnel und anderen direkt ins Internet. Bei NordVPN unterscheiden sich die Regeln je nach Betriebssystem: Windows und Android erlauben die Auswahl von Apps, die Linux-Allowlist arbeitet mit Ports und Subnetzen. Verkehr außerhalb des Tunnels nutzt dessen Schutz nicht.
Was Split Tunneling verändert
Ein VPN-Tunnel leitet den ausgewählten Datenverkehr über die VPN-Verbindung. Beim Split Tunneling nimmt anderer Verkehr einen direkten Weg ins Internet. Diese Auswahl kann den Zugriff auf bestimmte Dienste erleichtern, aber direkter Datenverkehr ist nicht durch den VPN-Tunnel geschützt.
NordVPN-Regeln für Windows, Android und Linux
NordVPN bietet je nach Betriebssystem unterschiedliche Auswahlmöglichkeiten. Die folgende Übersicht bezieht sich auf die NordVPN-Einstellungen für Split Tunneling.
| System | Regelziel | Verhalten und Folge |
| Windows 10 und 11 | Apps | Die App-Liste zeigt aktuell geöffnete Anwendungen. Über „Browse apps“ lassen sich auch installierte Apps suchen und hinzufügen. |
| Android | Apps | Ausgewählte Apps werden von der VPN-Verbindung ausgenommen und nutzen sie nicht. |
| Linux | Ports, Portbereiche oder Subnetze | Die Regeln gelten für passenden ein- und ausgehenden Verkehr. Dieser umgeht den VPN-Tunnel und wird auch nicht durch den Kill Switch blockiert. |
Eine App-Regel kann Verkehr durch die VPN-Verbindung leiten oder davon ausnehmen. Prüfe daher die Beschriftung der gewählten Option, bevor du Apps hinzufügst: Bei einer Ausnahmeregel läuft deren Datenverkehr direkt und ohne Schutz durch diesen VPN-Tunnel.
NordVPN unter Windows einrichten
- Öffne in NordVPN die Einstellungen und wähle Split tunneling.
- Aktiviere die Funktion.
- Füge die gewünschten Apps hinzu. Du kannst eine gerade geöffnete App aus der Liste wählen oder über Browse apps eine installierte Anwendung suchen.
NordVPN unter Android einrichten
- Öffne Profil > Einstellungen > VPN-Verbindung > Split Tunneling.
- Aktiviere die Funktion.
- Wähle die Apps aus, die nicht von der VPN-Verbindung betroffen sein sollen. Ihr Datenverkehr umgeht dann den Tunnel.
Was unter Linux anders ist
NordVPNs Linux-Allowlist wählt keine einzelnen Apps aus. Stattdessen legst du Regeln für Ports, Portbereiche oder Subnetze fest. Passender Verkehr in beide Richtungen umgeht den VPN-Tunnel und wird nicht vom Kill Switch blockiert.
Wenn eine ausgeschlossene App nicht funktioniert
Eine mögliche Ursache ist ein DNS/IP-Konflikt, den NordVPN für ausgeschlossene Apps beschreibt: Die App kann die IP-Adresse des Internetanbieters sehen, während DNS-Anfragen weiterhin über NordVPN-Server laufen. Dadurch können Apps oder Streamingdienste bei Standortprüfungen scheitern.
NordVPN nennt als mögliche Schritte, die App zurückzusetzen oder neu zu installieren, das Gerät neu zu starten und andere VPN-Dienste auszuschalten. Ein Netzwerk-Reset ist ebenfalls eine Option, löscht aber gespeicherte WLAN-Netze samt Passwörtern sowie VPN- und APN-Einstellungen. Prüfe diese Folgen, bevor du das Netzwerk zurücksetzt.
Unternehmens- und Routerregeln
In Unternehmensnetzen werden Regeln häufig für Gruppen oder Zieladressen festgelegt, nicht für einzelne Apps in einem privaten VPN-Client. OpenVPN Access Server beschreibt gruppenspezifische Einstellungen für vollständige oder geteilte VPN-Tunnel. Administratoren können die Konfiguration anhand von Client-Protokollen und Routingtabellen prüfen. Microsoft beschreibt für Microsoft 365, wie ausgewählte Optimize-Endpunkte direkt statt durch einen erzwungenen VPN-Tunnel geleitet werden. Microsoft schätzt, dass diese Endpunkte etwa 70 bis 80 Prozent des Microsoft-365-Datenverkehrsvolumens ausmachen.
Die OpenWrt-Konfiguration mit Policy Based Routing ist eine fortgeschrittene Router-Variante. Sie ersetzt nicht die App-Auswahl in einem VPN-Client. Für Unternehmensnetzwerke beschreibt die OpenVPN-Anleitung zu Gruppenregeln und Tunnelkonfiguration ein anderes Verfahren; Microsoft erläutert die Routen für Microsoft-365-Endpunkte.