Oracle kündigte am 23. Oktober 2026 neue Verkaufs- und Kaufoptionen für den Oracle Marketplace an. Dazu gehören die Zusammenarbeit zwischen berechtigten Softwareanbietern und Oracle-Vertriebsteams, individuell verhandelte Angebote und nutzungsabhängige Abrechnung für bestimmte Listings. Separat sagte Oracle eine Verpflichtung von 1 Milliarde US-Dollar für sein Partnerökosystem über vier Jahre zu.
Welche Marketplace-Funktionen Oracle angekündigt hat
Die Änderungen verteilen sich auf verschiedene Schritte eines Geschäfts: Co-Selling unterstützt die Vermittlung von Verkaufschancen, Private Offers regeln individuell ausgehandelte Konditionen und nutzungsabhängige Abrechnung koppelt den Preis berechtigter Angebote an die Nutzung.
| Funktion | Beteiligte | Was sich beim Kauf oder Verkauf ändert | Bedingungen und Geltungsbereich |
| Marketplace Private Offers Co-Sell | Berechtigte unabhängige Softwareanbieter (ISVs) und Oracle-Vertriebsteams | ISVs können bei qualifizierten Kundenchancen mit Oracle-Vertriebsteams zusammenarbeiten. Oracle-Vertriebsteams können passende ISV-Lösungen auch bei Kunden ins Gespräch bringen. | Gilt für berechtigte ISVs und qualifizierte Verkaufschancen. |
| Oracle Universal Credits | Berechtigte Kunden und Marketplace-Anbieter | Ein größerer Anteil einer berechtigten Universal-Credits-Zusage kann für qualifizierte Marketplace-Käufe eingesetzt werden. Berechtigte Kunden können Guthaben außerdem aufstocken. | Die Credits müssen für den jeweiligen Kauf qualifiziert sein. |
| Private Offers | Berechtigte ISVs und Kunden | ISVs können Preise, Vertragsbedingungen und Laufzeiten direkt mit Kunden aushandeln. | Nur berechtigte ISVs können diese Angebote nutzen. |
| Nutzungsabhängige Abrechnung | Anbieter kostenpflichtiger Listings und Kunden | Der Preis kann sich nach der tatsächlichen Nutzung richten. | Für berechtigte kostenpflichtige Listings und unterstützte Zahlungsoptionen. |
| Multi-Party Private Offers | ISVs, autorisierte Wiederverkäufer und Kunden | Alle drei Parteien können an einer individuell gestalteten Transaktion mitwirken. | Oracle beschreibt das Angebot als begrenztes Pilotprogramm. |
Für Partner erfüllen diese Optionen unterschiedliche Aufgaben: Co-Selling bringt einen ISV mit Oracle-Vertriebsteams an einer qualifizierten Kundenchance zusammen, während ein Private Offer die konkreten Konditionen zwischen Anbieter und Kunde festlegt. Bei Multi-Party Private Offers kommt ein vom ISV autorisierter Wiederverkäufer als weitere Partei hinzu.
Oracle erklärte außerdem, Fusion-Cloud-Applications-Kunden könnten auf von Oracle validierte, von Partnern entwickelte KI-Agentenvorlagen zugreifen, die bestehende Arbeitsabläufe erweitern. Als Branchenfelder nannte Oracle Gesundheit, Einzelhandel und Hotellerie.
Welche Märkte Oracle nannte
Oracle erklärte, Multi-Party Private Offers würden in den USA, Spanien und Brasilien angeboten. Am 23. Oktober kündigte das Unternehmen zudem an, das Angebot bis Ende 2026 auf weitere EU-Länder auszuweiten.
Oracle kündigte außerdem an, Marketplace-Einkäufe auf Indien und Japan auszuweiten. Diese geografischen Aussagen betreffen unterschiedliche Angebote: Die EU-Planung bezieht sich auf Multi-Party Private Offers, die Ausweitung nach Indien und Japan auf Marketplace-Einkäufe.
Die separate Verpflichtung für Oracle PartnerNetwork
Oracle kündigte am 23. Oktober eine Verpflichtung von 1 Milliarde US-Dollar für sein Partnerökosystem über vier Jahre an. Sie soll die Leistungen und Anreize des Oracle PartnerNetwork (OPN) ausbauen. Oracle ordnete die Unterstützung vier Bereichen zu: differenzierte Angebote entwickeln, mit Oracle verkaufen und wachsen, Kundenprojekte umsetzen sowie den langfristigen Kundenerfolg unterstützen.
Zu den angekündigten Ressourcen zählen Schulungen und Zertifizierungen, technische Unterstützung, Entwicklungs-, Test- und Demo-Umgebungen, Finanzierung für Cloud-Migrationen, gemeinsame Vermarktung und der Vertrieb über den Marketplace. OPN-Leistungen und Anreize unterliegen den geltenden Programmregeln und Teilnahmebedingungen.