Am 17. Oktober 2026 berichtete The New Stack, dass Christian Schaller Claude Code und das Verhalten eines Windows-Treibers nutzte, um Linux-Unterstützung für den Filmscanner Plustek OpticFilm 8200i zu entwickeln. Das veröffentlichte Projekt hw-harness beschreibt einen verallgemeinerten Vergleichsablauf; es ist nicht das Werkzeug, das Schaller für seine Scanner- und Kameraarbeiten verwendete. The New Stack berichtete über Schallers Projekte und Messungen.
Claude Code unter Linux ist kein Gerätetreiber
Claude Code lässt sich unter Linux installieren. Anthropic nennt für den nativen Installer den Speicherort ~/.local/bin/claude für die ausführbare Datei. Das ist das Programm für die Arbeit am Code – kein Treiber, der angeschlossene Hardware unter Linux verfügbar macht. Anthropic dokumentiert die Linux-Installation und den Speicherort der ausführbaren Datei.
Für ein Gerät braucht Linux weiterhin passende Treiberunterstützung. Im Fall des Plustek OpticFilm 8200i war laut Schallers Bericht der neuere Chipsatz Genesys GL128 der Knackpunkt: SANE unterstützte bereits den älteren Genesys GL845. Schaller nutzte das Verhalten des Windows-Treibers als Referenz, um die Linux-Implementierung zu untersuchen. Er berichtete, innerhalb weniger Stunden einen erkennbaren Scan erhalten und einige Tage später Infrarot-Scans ergänzt zu haben.
Seine Implementierung unterstützte Farb- und Graustufenscans mit 300 bis 7.200 dpi, Infrarot-Staubentfernung und Belichtungsanpassungen für dichte Negative. Im September 2026 kam laut The New Stack auch Unterstützung für den neueren Scanner in SANE hinzu – durch die Arbeit eines anderen Entwicklers.
So vergleicht hw-harness Windows und Linux
Das veröffentlichte, MIT-lizenzierte hw-harness führt einen Windows-Treiber in einer virtuellen KVM-Maschine aus. Das physische Gerät wird an die virtuelle Maschine durchgereicht. Während Claude die Windows-Sitzung steuert, zeichnet usbmon den USB-Verkehr auf dem Linux-Rechner auf. Danach wird das Gerät wieder unter Linux verwendet und der Datenverkehr mit dem ersten Ablauf verglichen.
Zum Projekt gehören winctl für die Steuerung der virtuellen Maschine, usbcap für die Aufzeichnung, hostdev für den Wechsel zwischen Host und Gast sowie hwdbg für die Fehlersuche auf Linux-Seite. PowerShell-Skripte sammeln außerdem Gerätebeschreibungen, Registry-Einträge, ACPI-Tabellen und INF-Dateien. The New Stack zufolge war das veröffentlichte Werkzeug noch nicht mit einer breiten Palette von Geräten getestet; außerdem bestanden offene Lizenzfragen.
Was die Scanner-Messung aussagt
In einem von Schaller berichteten Einzelbildvergleich dauerte ein Scan in voller Auflösung mit seiner Implementierung 34,6 Sekunden, mit der Upstream-Version von SANE 54,4 Sekunden. Beide Versionen lösten bei 3.600 dpi dieselben Details auf. Die Zeiten beschreiben diesen einzelnen Vergleich, nicht die typische Geschwindigkeit des Scanners.
Auch eine ThinkPad-Kamera wurde untersucht
Bei einer separaten Untersuchung der Kamera eines Lenovo ThinkPad X1 Carbon Gen 14 Aura Edition arbeitete Schaller an Änderungen für den Linux-Kernel und libcamera. Laut The New Stack stieg der gemessene Helligkeitswert eines Bildes bei wenig Licht von 31,1 auf 90,9; der blaue Farbkanal lag weiterhin etwa 17 Prozent unter dem Wert einer USB-Webcam als Referenz. In seinem Bericht vom 17. Oktober 2026 waren weder die Kernel- noch die libcamera-Patches übernommen.
Erfahrung und Tests mit echter Hardware
Ein separates Beispiel liefert Dmitry Brant mit seiner Modernisierung des alten Linux-Treibers ftape. In seinem eigenen Bericht beschreibt er mehrere Durchläufe und manuelle Korrekturen; dabei brachte er bereits Erfahrung mit C und Kernelmodulen mit. Anschließend testete er das Modul mit echten Bandlaufwerken. Brants Bericht zur ftape-Modernisierung beschreibt damit einen anderen Entwickler und ein anderes Projekt als Schallers Scannerarbeit.