Microsoft kündigte am 7. Oktober 2026 an, Copilot auf Copilot+ PCs um lokale KI-Funktionen zu erweitern: Der Assistent soll lokalen Kontext nutzen, Aktionen in Windows ausführen und auf Modelle zugreifen können, die auf dem PC laufen. Die Einführung sollte in den kommenden Monaten beginnen. NeoTeo hatte zuvor über den damals geplanten Windows-KI-Termin berichtet.
Was Copilot lokal nutzen soll
Die angekündigten Funktionen betreffen Copilot auf Copilot+ PCs. Microsoft zufolge soll der Assistent lokalen Kontext wie Dateien und jüngste Aktivitäten nutzen können. Dieser Zugriff soll an Berechtigungen gebunden sein. Außerdem soll Copilot Aktionen in Windows anstoßen und auf lokale Modelle zugreifen können.
Microsoft beschrieb die Funktionen als Teil eines hybriden Ansatzes: Lokale Verarbeitung bleibt mit Cloud-Intelligenz kombiniert. Der Zugriff auf lokale Modelle bedeutet daher nicht, dass jede Copilot-Aufgabe ohne Internetverbindung läuft.
Drei Wege für lokale KI in Windows
Windows bietet unterschiedliche Werkzeuge für KI auf dem Gerät. Sie richten sich an verschiedene Aufgaben und Entwickler, und ihre Hardwareanforderungen sind nicht gleich.
- Windows AI APIs stellen fertige Funktionen für Aufgaben wie Sprache, Bilder, OCR und semantische Suche bereit. Die meisten APIs sind auf Copilot+ PCs ausgerichtet; einige unterstützen weitere Hardware.
- Foundry Local bietet fertige Sprach- und Sprache-zu-Text-Modelle. Microsoft übernimmt Modellverteilung und Laufzeit; Modelle können von mehreren Apps genutzt werden. Microsoft nennt Windows 10 und neuere Versionen als Plattform, während Modellverfügbarkeit und Leistung von der Hardware abhängen.
- Windows ML ist ein auf ONNX Runtime basierendes Framework für Entwickler, die eigene oder ausgewählte Modelle ausführen möchten. Die jeweilige App übernimmt die Verteilung ihrer Modelle. Microsoft erklärte Windows ML am 23. September 2025 für den produktiven Einsatz allgemein verfügbar.
Die Unterschiede beschreibt Microsoft in der Übersicht zu lokaler KI unter Windows und in der Ankündigung zur allgemeinen Verfügbarkeit von Windows ML. Der Name Windows 11 allein sagt also noch nicht, welche Modelle auf einem konkreten PC laufen: Kompatibilität und Leistung variieren je nach Gerät und Modell.
Dateizugriff für Agenten begrenzen
Microsoft erklärte Microsoft Execution Containers (MXC) am 7. Oktober 2026 für Windows 11 allgemein verfügbar. Organisationen können damit Richtlinien festlegen, auf welche Dateien und Netzwerke unterstützte Agenten zugreifen dürfen. MXC setzt diese Vorgaben zur Laufzeit durch.
Microsofts Modell- und Hardwarebeispiele
Für MAI Code 1.1 Flash nannte Microsoft 137 Milliarden Parameter insgesamt und 6,8 Milliarden aktive Parameter. Das Modell soll mit 3-Bit-Präzision arbeiten und ein lokales Kontextfenster von 256.000 Tokens unterstützen; Microsoft bezifferte die Verringerung der Modellgröße auf nahezu 80 Prozent. Diese Angaben beziehen sich auf das genannte Modell.
Für Surface Laptop Ultra beschrieb Microsoft Konfigurationen mit bis zu 128 GB gemeinsam genutztem Speicher und lokaler Unterstützung für Modelle mit mehr als 120 Milliarden Parametern. Auch diese Angaben gelten für das konkrete Produkt und sind keine allgemeine Voraussetzung oder Kapazität von Windows-11-PCs.
HydraFusion soll lokale Modelle einbeziehen
Microsoft kündigte an, HydraFusion auf Modelle zu erweitern, die lokal unter Windows laufen. Eine experimentelle Vorschau für GitHub Copilot, GitHub Copilot CLI und Visual Studio Code sollte später im Oktober 2026 beginnen. Microsofts Ankündigung zur Hybrid-Intelligenz beschreibt diesen Schritt als geplanten Ausbau für Entwickler.