Check Point Research beschrieb in einem am 28. Oktober 2026 veröffentlichten Bericht die Windows-Kampagne Yoba: Gefälschte Projekte für ChatGPT- und Claude-Downloads verbreiteten Malware über GitHub. Die drei dort beschriebenen ZIP-Releases wurden am 30. August, 31. August und 4. September 2026 veröffentlicht. In der untersuchten Kampagne war XMRig 6.26.0 die finale Nutzlast, ein Kryptowährungs-Miner.
Wie die gefälschten Downloads verbreitet wurden
Die Projekte traten unter den Namen GPT-5.6 Sol, GPT-6 Astra und Claude Opus auf. Das waren Namen der gefälschten Projekte, keine offiziellen Produktbezeichnungen von OpenAI oder Anthropic. GitHub-Repositories und verknüpfte GitHub-Pages-Seiten präsentierten die angeblichen Anwendungen; die ZIP-Dateien lagen als GitHub-Releases bereit. Check Point Research zufolge erschienen die Projekte weit oben in Google-Suchergebnissen. Die Forschenden halten Suchmaschinenmanipulation, sogenanntes SEO-Poisoning, für eine wahrscheinliche Erklärung.
Warum die Signatur die DLL nicht schützt
Laut Check Point Research lag eine bösartige Datei namens winmm.dll neben einer signierten Setup.exe, die mit OpenAI beziehungsweise Anthropic verbunden war. Beim DLL-Sideloading lädt ein Programm eine gleichnamige oder passende Bibliothek aus seinem Verzeichnis. Die Signatur der ausführbaren Datei beglaubigt dabei nicht die separate DLL daneben.
Der neuere Dropper kopierte außerdem WMPDMC.exe aus dem Windows-Systemverzeichnis nach ProgramData\\WMProcess und legte dort wmpdui.dll ab. Eine geplante Aufgabe startete die Dateien laut Bericht mit drei Minuten Verzögerung beim Systemstart unter dem Konto „Local System“.
Was YobaLoader nach dem Start tat
Der zweite Bestandteil, YobaLoader, bezog Informationen über einen Telegram-Kanal und verwendete die letzten 50 Bytes seines Profilbilds als Eingabe für einen Algorithmus, der wechselnde Domains erzeugt. Anschließend fragte der Loader über Googles DNS-over-HTTPS-Dienst TXT-Einträge mit verschlüsselten Anweisungen ab und lud eine verschlüsselte Nutzlast von Catbox. Check Point Research beschreibt weitere Fähigkeiten des Loaders, darunter das Einschleusen in einen Prozess, das Starten einer ausführbaren Datei und das Ausführen eines PowerShell-Skripts.
Im untersuchten Fall war die finale Nutzlast XMRig 6.26.0. Die allgemeine Fähigkeit von YobaLoader, andere Programm- oder PowerShell-Nutzlasten zu laden, belegt nicht, dass diese in den beschriebenen Releases ebenfalls eingesetzt wurden.
Was der Bericht über ChatGPT und Claude sagt
Der Bericht beschreibt gefälschte Projekte und schädliche Releases, die signierte Programme als Wirte für eine separate DLL nutzten. Er berichtet nicht von einer Kompromittierung der offiziellen Dienste von OpenAI oder Anthropic.
Ein weiterer Claude-Fall ist davon getrennt: Zip Security berichtete am 27. Juli 2026 über gefälschte Installer-Seiten in öffentlichen, von Nutzern erstellten Artefakten unter der echten Domain claude.ai, die mit bezahlten Suchanzeigen beworben wurden. Eine echte Domain allein beglaubigt also nicht automatisch die Echtheit eines dort veröffentlichten Nutzerinhalts oder Downloads.
Check Point Research rät dazu, KI-Helfer nicht aus ungeprüften Repositories herunterzuladen und die Ausführung von Software aus unbekannten Quellen einzuschränken.