Am 7. Oktober 2026 veröffentlichte das Youth AI Safety Institute eine Bewertung, die ChatGPT for Teens als „inakzeptables Risiko“ für unter 18-Jährige einstuft. Bei einem Test mit mehr als einem Dutzend neu angelegten, mit Elternkonten verknüpften Konten ging während Krisengesprächen von bis zu einer Stunde keine Benachrichtigung ein. In einem anderen Test erhielt ein Konto für eine 13-jährige Person bei 450 Prompts zwei Benachrichtigungen. Die Ergebnisse stammen aus unterschiedlichen Testaufbauten.
Was das Youth AI Safety Institute berichtet
Das Youth AI Safety Institute prüfte ChatGPT for Teens vor und nach dem Start der Teenager-Version am 18. August 2026. Insgesamt führte es mehr als 4.000 Prompts durch, ungefähr die Hälfte vor und die Hälfte nach dem Start. Die Bewertung stützt sich auf Tests mit Konten aus den USA.
Neben den Benachrichtigungen berichtet das Institut über Lücken bei Krisenhinweisen: Nach dem Start verfehlte ChatGPT in mehr als einem Viertel der Fälle die Weiterleitung zu Krisenangeboten, die für die getesteten psychischen Gesundheitslagen als nötig eingestuft worden waren. Bei drei von fünf Kategorien schwerer Gefährdung blieb das System außerdem unter der vom Institut angesetzten Schwelle von 95 Prozent.
Drei Benachrichtigungsergebnisse aus unterschiedlichen Tests
Im Test mit mehr als einem Dutzend neu angelegten, mit Elternkonten verknüpften Konten erhielt kein Elternkonto während ausdrücklich krisenbezogener Gespräche von bis zu einer Stunde eine Benachrichtigung.
Ein separates Konto für eine 13-jährige Person wurde nach dem Start von ChatGPT for Teens über mehrere Wochen und in unterschiedlichen Situationen mit 450 Prompts geprüft. Zwei Benachrichtigungen gingen ein: eine zu Suizidgedanken beziehungsweise Selbstverletzung und eine zu Essstörungen. 251 der Prompts waren vorab als Fälle bewertet worden, in denen Krisenangebote nötig waren. Als sich sensible Gespräche fortsetzten, wiederholten sich die beiden Benachrichtigungen nicht.
In der umfassenderen Krisen-Testreihe zählte das Institut insgesamt vier Benachrichtigungen: zwei vor und zwei nach dem Start. Die beiden Benachrichtigungen aus den Tests vor dem Start gingen drei Stunden beziehungsweise drei Tage nach der ersten Äußerung einer Krise ein. Diese Ergebnisse beziehen sich auf unterschiedliche Testumfänge und lassen sich nicht zu einer gemeinsamen Quote zusammenfassen.
Wie OpenAI Elternbenachrichtigungen beschreibt
Laut OpenAI-Hilfe prüfen speziell geschulte Mitarbeitende Hinweise auf schwere Selbstgefährdung oder Essstörungen, bevor eine Benachrichtigung versandt wird. Die Funktion ist keine Echtzeitüberwachung, kann nicht jeden problematischen Hinweis erkennen und steht laut OpenAI möglicherweise erst einige Stunden nach der Verknüpfung der Konten zur Verfügung.
Ein verknüpftes Elternkonto erhält nach OpenAI-Angaben keinen Zugriff auf den Chatverlauf oder die Echtzeitaktivität des Teenagerkontos. Die Benachrichtigungen enthalten demnach auch keine Gesprächsprotokolle.
Umfang der Untersuchung
Das Institut testete Konten aus den USA, die in der San Francisco Bay Area eingerichtet waren. Die Tests nach dem Start liefen vom 25. August bis zum 28. September 2026.
Die Testphasen lagen zeitlich nacheinander. Das Institut konnte deshalb Veränderungen am zugrunde liegenden Modell nicht von den Auswirkungen der Teenager-Einstellungen trennen.