Ryzen gewinnt Anhänger, Intel arbeitet weiter an seinen Core i9, und der Markt ist in Bewegung. Wer das Allerneueste auf seinem Schreibtisch haben möchte, erlebt derzeit einen Traum, der für weniger Geld, als man denkt. Die neuesten Leaks deuten darauf hin, dass der Ryzen Threadripper mit 16 Kernen und 32 Threads für gerade einmal 850 Dollar in den Regalen liegen könnte – genau die Hälfte dessen, was Intel für seinen i9-7960X verlangt. Alles Weitere hängt von seiner Leistung ab.
Das ist die Gerüchtekontrolle, hier sind die Fakten: Entgegen einiger Artikel der letzten Woche hat AMD keine Pläne, die Preise seiner Ryzen 5 und Ryzen 7 Prozessoren anzupassen.
Schnell wurde spekuliert, dass Threadripper eine Reihe von Korrekturen bei den günstigeren Modellen auslösen würde, doch Sunnyvale dementierte. Man sagte lediglich, dass bestimmte Geschäfte von sich aus Sonderpreise anbieten könnten.
Eines der Details, die AMD zu Threadripper geheim hält, ist sein Preis – aber eine grundlegende Vorstellung ist nicht schwer. Wenn man den Ryzen 7 1800X (8C/16T) für 499 Dollar nimmt und verdoppelt, erhält man 16 Kerne für etwas weniger als tausend Dollar, was sehr vernünftig klingt…
Trotzdem deuten die letzten Gerüchte darauf hin, dass der Ryzen Threadripper mit 850 Dollar debütieren könnte. Auch wenn wir eine Prise Salz und Pfeffer hinzufügen müssen, scheint es durchaus im Bereich des Möglichen für AMD zu liegen. Der Ryzen 7 1700X kostet 400 Dollar, das Unternehmen hat also bereits die Mittel, um 16 Kerne für durchschnittlich 800 Dollar zu liefern (und sogar noch weniger, wenn man den Standard-Ryzen 7 1700 berücksichtigt). Natürlich ist diese Rechnung sehr vereinfacht und berücksichtigt nicht die Komplexität der neuen Plattform (denken wir daran, dass Threadripper nicht den AM4-Sockel verwenden wird), aber selbst mit einer Fehlertoleranz von 10 oder 20 Prozent wird sie Druck auf Intels Core i9 ausüben. Dessen 16-Kern-Pendant kostet 1.699 Dollar, und für 850 Dollar ist nicht einmal die Zehn-Kern-Option zugänglich.
Der Rest zwingt uns zum Warten. AMD lässt sich Zeit, und Intel muss jede Sekunde nutzen, um alles rund um Core X zu polieren, denn trotz der Spezifikationen hat man das Gefühl, dass der Gigant aus Santa Clara es eilig hatte. Ein weiterer nicht zu ignorierender Aspekt ist der Vorteil, den Intel gegenüber AMD bei der IPC-Leistung hat, aber am Ende des Tages kehren wir immer zum selben Vergleich zurück: Wenn AMD es schafft, 70–75 Prozent der Leistung zur Hälfte der Kosten zu liefern, haben wir einen fantastischen Kampf vor uns.