Am 23. Oktober 2026 berichtete Geektopia, dass die AOD-Patches noch geprüft würden und nicht in den Linux-Kernel aufgenommen seien. Die dreiteilige Serie von AMD-Ingenieur Shyam Sundar S K soll ausgewählte Ryzen-Firmwareeinstellungen über Linux zugänglich machen. Die Leistungs- und Stromlimits würden erst nach einem Neustart wirksam.
Was über den Prüfverlauf bekannt ist
Hardware Busters berichtete, dass Shyam Sundar S K die drei Patches am 10. Oktober 2026 zur Prüfung einreichte. Laut Joho no Todai gab Mario Limonciello am 12. Oktober ein „Reviewed-by“ ab. Armin Wolf kommentierte demnach am 15. Oktober alle drei Patches; der Maintainer Ilpo Järvinen äußerte sich am 21. Oktober zu Patch 1 und 2. Geektopia meldete zwei Tage später, dass die Serie noch geprüft werde und nicht in den Kernel aufgenommen sei.
Diese Ryzen-Einstellungen soll AOD zugänglich machen
AOD steht für AMD Overclocking Driver. Der vorgeschlagene WMI-Treiber soll ausgewählte Firmwarefunktionen über sysfs bereitstellen, eine Schnittstelle des Linux-Kernels für System- und Geräteeinstellungen. Im Mittelpunkt stehen drei Leistungs- und Stromlimits: PPT (Package Power Tracking), TDC (Thermal Design Current) und EDC (Electrical Design Current).
Für diese drei Limits nennt die Beschreibung unterstützte Wertebereiche und Schrittweiten. Die aktuell gesetzten Werte lassen sich über die beschriebenen Attribute jedoch nicht auslesen. Dazu kommen ein Schalter für SMT (Simultaneous Multithreading) auf Firmwareebene und das Auslesen des aktuellen Speichertakts. Den Speichertakt soll AOD nicht verändern können. Einzelkern-Takt- oder Spannungsregler gehören nicht zum beschriebenen Funktionsumfang. Eine grafische AMD-Anwendung für Linux ist in der Patchserie ebenfalls nicht vorgesehen.
Warum Änderungen einen Neustart erfordern
AOD soll neue PPT-, TDC- und EDC-Werte in der Firmware speichern. Wirksam werden sie laut den Berichten erst beim nächsten Start. Damit sind die vorgesehenen Regler keine Möglichkeit, die Limits während einer laufenden Sitzung sofort anzupassen.
AOD, HSMP und der Zugriff über debugfs
AOD und HSMP greifen laut den technischen Beschreibungen an unterschiedlichen Stellen ein. AOD speichert Einstellungen in der Firmware, die nach einem Neustart gelten sollen. HSMP ändert dagegen Laufzeitlimits in der System Management Unit (SMU); diese Änderungen gelten sofort, gehen beim Neustart aber verloren. Joho no Todai beschreibt HSMP als Schnittstelle für EPYC-Server.
Joho no Todai zufolge bietet der Vorschlag außerdem Zugriff auf rohe WMI-Methoden über debugfs. Diese Debug-Schnittstelle hat keine stabile ABI, also keine verlässliche Grundlage für dauerhaft funktionierende Nutzerprogramme.