OpenAI entließ Anfang Oktober 2026 die Sicherheitsforscher Mikita Balesni, Tomek Korbak und Jasmine Wang. Das Unternehmen nannte Verstöße gegen Regeln zum Umgang mit sensiblen Informationen als Grund; Balesni und Korbak widersprachen einem Fehlverhalten. Die öffentlichen Darstellungen lassen den Grund umstritten. Zugleich steht die Frage im Raum, wie unabhängig externe Prüfer mögliche Risiken untersuchen können.

OpenAI und die Forscher schildern unterschiedliche Gründe

In einer Erklärung vom 9. Oktober 2026 sagte OpenAI, eine interne Untersuchung habe Verstöße gegen klare Regeln zum Umgang mit sensiblen Informationen und einen erheblichen Vertrauensbruch ergeben. Das Unternehmen bestritt ausdrücklich, dass die Entlassungen wegen geäußerter Sicherheitsbedenken erfolgt seien.

Balesni und Korbak bestritten ein Fehlverhalten. Balesni sagte, er habe kein vertrauliches geistiges Eigentum an Außenstehende weitergegeben. Korbak erklärte, er habe keine schriftliche Begründung für seine Entlassung erhalten und betrachte OpenAIs öffentliche Stellungnahme als die beste Erklärung, die er bekommen habe. Welche Darstellung den Anlass für die Entlassungen trifft, bleibt zwischen dem Unternehmen und den beiden Forschern umstritten.

Korbaks Schilderung der METR-Prüfung

Tomek Korbak sagte in einem am 23. Oktober 2026 veröffentlichten Interview, METR habe insgesamt sechs volle Tage auf dem Gelände von OpenAI verbracht. Zunächst sei ein zweitägiger Besuch geplant gewesen; weitere Besuche hätten die Prüfung auf insgesamt drei Besuche ausgeweitet, als das Ausmaß des Vorfalls rund um Hugging Face deutlicher geworden sei.

Nach Korbaks Darstellung arbeiteten die Prüfer mit einer vorgegebenen Liste von Fragen und Datenquellen. Er sagte, dieser zunächst begrenzte Rahmen habe es erschwert, das gesamte Ausmaß des Vorfalls zu erfassen. Seine Kritik richtet sich damit auf die Ausgestaltung der Prüfung: Wenn externe Prüfer ihre Fragen und benötigten Daten nicht selbst bestimmen können, hängt ihre Untersuchung davon ab, was innerhalb des vorgegebenen Rahmens sichtbar wird.

Welche externe Aufsicht die Forscher vorschlugen

Balesni sagte, er habe gemeinsam mit Jasmine Wang an branchenübergreifenden Vorschlägen zur Monitorbarkeit gearbeitet. Damit ist die Möglichkeit gemeint, nachvollziehen zu können, was ein KI-System tut. Die beiden hätten dazu interne Memos mit OpenAIs Vorstand und leitenden Führungskräften geteilt.

Die Forscher sprachen sich für dauerhaft eingebettete externe Prüfer mit weitreichendem Zugang aus. Diese sollten eigene Fragen stellen, auf benötigte Daten zugreifen und vertrauliche Gesprächskanäle für Mitarbeitende anbieten können. Ein solcher Ansatz würde Prüfern nach ihrer Vorstellung mehr Spielraum geben als eine zeitlich begrenzte Untersuchung mit vorher festgelegten Fragen und Datenquellen.

Was OpenAI zu externen Prüfern erklärte

OpenAI erklärte am 9. Oktober 2026, das Unternehmen finalisiere Verträge mit externen Sicherheitsprüfern und wolle Details in den folgenden Wochen bekanntgeben. OpenAI bekräftigte außerdem sein Bekenntnis zu eingebetteten externen Prüfern und erklärte, dass Monitorbarkeit ein branchenweites Engagement erfordere.