AMD-Ingenieur Shyam Sundar S K reichte am 10. Oktober 2026 eine dreiteilige Patch-Serie für einen AOD-WMI-Treiber ein. Berichte vom 21. Oktober beschrieben die Vorschläge als noch in Prüfung. Die erste Version würde einige Ryzen-Einstellungen über Linux zugänglich machen; Änderungen an den Power-Grenzen würden jedoch erst nach einem Neustart greifen.
Welche Einstellungen die erste AOD-Serie vorsieht
Der vorgeschlagene Treiber würde AMD Overclocking (AOD) über WMI mit der Plattform-Firmware verbinden und Steuerelemente in sysfs bereitstellen, der Linux-Schnittstelle für Kernelattribute. Die von Phoronix beschriebene erste Version umfasst einstellbare Grenzen für PPT (Package Power Tracking), TDC (Thermal Design Current) und EDC (Electrical Design Current). Die jeweils unterstützten Wertebereiche sollen sich auslesen lassen.
Außerdem sieht die Serie eine Umschaltung von SMT (Simultaneous Multithreading) auf Plattformebene vor. Tom’s Hardware beschreibt dafür den Einsatz von CPU-Hotplugging, also das dynamische An- und Abmelden von Prozessoren und deren Threads.
AOD und HSMP wenden Power-Grenzen unterschiedlich an
Der praktische Unterschied liegt darin, wann eine Änderung wirksam wird und ob sie einen Neustart überdauert. Nach der Beschreibung von Hardware Busters schreibt AOD einen Power-Grenzwert in die Firmware-Konfiguration. Er gilt nach dem nächsten Neustart und bleibt anschließend erhalten. AMD HSMP ändert dagegen einen Laufzeit-Grenzwert unmittelbar; beim Neustart geht diese Anpassung verloren.
| Schnittstelle | Art der Power-Grenze | Wirksamkeit | Verhalten nach einem Neustart |
| Vorgeschlagener AOD-WMI-Treiber | Firmware-Konfiguration | Nach dem Neustart | Die Einstellung bleibt erhalten |
| AMD HSMP | Laufzeit-Grenzwert in der SMU | Sofort | Die Anpassung geht verloren |
Damit wäre AOD für eine dauerhafte Firmware-Einstellung gedacht, nicht für eine sofortige Anpassung während eines laufenden Benchmarks. HSMP ist laut Hardware Busters die Laufzeit-Alternative, deren Änderung beim Neustart endet.
Kein Ersatz für Ryzen Master
Die erste Patch-Serie beschreibt keine individuelle Steuerung von Kernfrequenzen, Spannung oder Curve Optimizer. Auch eine offizielle AMD-Oberfläche für Linux war nicht Teil der Treiber-Patches. Tom’s Hardware nannte CoreCtrl als mögliche künftige Oberfläche eines Drittanbieters; eine bestehende Integration wurde damit nicht beschrieben.