Andes Technology hat die Entwicklung des Hochleistungs-RISC-V-Projekts Cuzco verlangsamt und Entwicklungsressourcen in sein KI-Geschäft verlagert. In einem am 2. November 2026 veröffentlichten Interview sagte CTO Charlie Su, Andes wolle Cuzco weiterhin als Produkt auf den Markt bringen, möglicherweise unter einem anderen Namen. Einen Starttermin nannte er nicht.

Warum Andes Cuzco langsamer entwickelt

Cuzco ist ein CPU-IP-Projekt, also ein lizenzierbarer Prozessorentwurf für Rechenzentren. Andes stellte es 2025 bei Hot Chips vor. Su zufolge wandelten sich die anschließenden Anfragen nur langsam in Lizenzabschlüsse um. Früher im Jahr 2026 holte Andes die Entwicklung aus dem ausgegliederten Projekt Condor zurück ins Unternehmen.

Su begründete die langsamere Entwicklung mit dem Wachstum des KI-Geschäfts und den kurzfristigen Umsatzchancen dort. Seinen Angaben zufolge entfiel die Hälfte des Andes-Umsatzes auf KI. Das Geschäft wuchs 2025 um 30 Prozent; für 2026 erwartete Su ein Wachstum von 50 Prozent.

Welche KI-Arbeit Andes priorisiert

Der größte Teil der KI-Umsätze stamme aus Lizenzen für Andes-CPU-Kerne, sagte Su. In KI-Chips übernehmen diese Kerne Aufgaben wie Steuerung, Orchestrierung und Datenbewegung. Su nannte Meta, d-Matrix, Fractile und Axelera als Unternehmen, die Andes-Kerne einsetzen.

Ein separater Andes-Beschleuniger für Deep Learning wird mit bis zu rund 4 TOPS bei 1 GHz angegeben und hat einen eigenen Compiler. Diese Angaben beziehen sich auf den Beschleuniger, nicht auf das Cuzco-Projekt.

Als weitere Entwicklungsfelder nannte Su einen Hauptprozessor für Speicheranwendungen, Automotive und Robotik. Bei zehn Kunden sind kleinere Andes-Controllerkerne in Produktion. Su berichtete außerdem, Andes habe im Frühjahr 2026 KI-Agenten in der Entwicklungsarbeit eingesetzt, deren Ergebnisse Menschen prüften; zugleich habe das Unternehmen die Belegschaft reduziert.