Google Cloud kündigte am 3. November 2026 an, Agent Substrate und gVisor an die CNCF zu spenden und sie dort im Status Sandbox anzusiedeln. OpenRL nannte das Unternehmen ebenfalls im Zusammenhang mit der Ankündigung. Die CNCF-Projektseite führt Agent Substrate im Reifegrad Sandbox. Die Ankündigung veröffentlichte Google Open Source.
Wie Agent Substrate Agentenzustand und Rechenleistung trennt
Google beschreibt Agent Substrate als Kubernetes-basierte Laufzeitumgebung mit zwei Bausteinen. Ein Actor hält den Zustand einer Agentensitzung fest: Dateisystem, Umgebungsvariablen, Arbeitsspeicher und Netzwerkregeln. Die Rechenleistung kommt von vorgewärmten Kubernetes-Pods, die Worker heißen und in einem gemeinsamen Pool bereitstehen.
Geht eine Anfrage an einen pausierten Actor, wird sie zunächst zwischengespeichert. Ein Controller weist ihm einen freien Worker zu, dann werden Arbeitsspeicher und Festplattenzustand aus einem gestuften Speichersystem wiederhergestellt und die Anfrage zugestellt. Wird der Actor inaktiv, sichert das System seinen Zustand und gibt den Worker frei. So muss für eine wartende Sitzung laut Googles Beschreibung kein eigener Pod dauerhaft Rechenleistung belegen.
Google zufolge verbringen interaktive Agenten typischerweise 90 bis 95 Prozent ihrer Sitzungszeit mit Warten auf Modellinferenz, externe APIs oder eine menschliche Prüfung. Während einer solchen Wartephase verbrauche der Agent im beschriebenen Modell keine CPU, während sein Zustand erhalten bleibt.
Isolation und Leistungsangaben
Für die Isolation nicht vertrauenswürdigen Codes beschreibt Google gVisor als Anwendungskernel im Userspace, der Systemaufrufe abfängt und den Code so vom Host-Kernel trennt. Für Arbeitslasten, die Hardware-Virtualisierung oder eigene Kernelmodule benötigen, unterstützt Agent Substrate laut Google außerdem Cloud-Hypervisor-MicroVMs über dieselbe API.
Google gibt an, dass Agent Substrate den Speicher- und Festplattenzustand eines Actors in weniger als 500 Millisekunden wiederherstellen könne. Als Vergleich nennt das Unternehmen mehr als 20 Sekunden für das Aufwecken eines serverlosen Containers, wenn dabei Repositories geklont, Pakete neu installiert und der Speicherzustand rekonstruiert werden müssen. Außerdem spricht Google von Tausenden Aktivierungen, Pausierungen und Fortsetzungen pro Sekunde, ohne für jeden Vorgang ein neues Kubernetes-Pod-Objekt anzulegen. Das sind Angaben von Google, keine unabhängig gemessenen Vergleichswerte.