In einem am 30. September veröffentlichten Interview bezeichnete Andrew Bonwick, Vizepräsident für Produktentwicklung und Innovation bei Relm Insurance, die schnelle Wiederverwendung von Starships zweiter Stufe als zentrale kommerzielle Hürde. SpaceX hatte Flight 14 am 28. September als ersten orbitalen Starship-Flug bezeichnet und erklärt, die Mission habe 26 Starlink V3-Satelliten in den Orbit gebracht.

Flight 14 erreichte den Orbit

SpaceX führte Flight 14 als Starships ersten Orbitalflug auf und gab an, dass die Oberstufe 26 Starlink V3-Satelliten aussetzte. Im Interview wurde zudem von einer Triebwerksabschaltung während des Aufstiegs berichtet.

Der Orbitalflug mit Nutzlast markierte einen Missionsmeilenstein. Bonwick zufolge hängt die kommerzielle Tragfähigkeit jedoch davon ab, dass Starships zweite Stufe schnell wieder eingesetzt werden kann. Er sieht diese Wiederverwendung noch nicht auf einem kommerziell tragfähigen Zeitplan.

Warum die schnelle Wiederverwendung wichtig ist

Für Bonwick ist nicht allein der Transport in den Orbit entscheidend: Die zweite Stufe muss nach einem Flug zügig erneut eingesetzt werden können. Erst eine solche schnelle Wiederverwendung würde nach seiner Einschätzung die kommerzielle Perspektive von Starship stärken.

Bis sich Starships Zuverlässigkeitsbilanz weiterentwickelt, betrachtet Bonwick Falcon 9 für teure Nutzlasten als die etabliertere und sicherere Wahl.

Was Kunden mit sehr teuren Nutzlasten abwarten könnten

Kunden, die Satelliten im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar transportieren lassen, könnten nach Bonwicks Einschätzung rund zehn erfolgreiche Starship-Flüge in Folge sehen wollen, bevor sie dem Fahrzeug solche Nutzlasten anvertrauen. Das ist seine Einschätzung zu möglichen Kundenerwartungen, keine allgemeine Vorgabe.

Welchen Wert Weltraumdienste schaffen können

Bonwick sieht Potenzial bei Diensten, die Satellitendaten in konkrete Antworten übersetzen. Erdbeobachtung könne etwa dabei helfen, den Wasserbedarf von Feldern einzuschätzen, Schiffe zu verfolgen oder Konfliktgebiete zu beobachten. Als Beispiel für abrufbare Radar-Satellitendienste nennt er ICEYE.

Auch für die Fertigung hochwertiger Produkte in kleinen Stückzahlen sieht Bonwick mögliche Anwendungen im Orbit. Zu den genannten Feldern zählen Halbleitermaterialien, Arzneimittel, Proteinkristalle und Netzhautimplantate. Mehrere der besprochenen Werkstoffe oder Produkte seien bereits auf der Internationalen Raumstation unter Mikrogravitation getestet worden.