Anthropic war laut Bloomberg der Kunde, den SpaceX in seinem Quartalsbericht als „Customer B“ führte. SpaceX wies diesem anonymisierten Kunden 34,5 Prozent des Umsatzes im dritten Quartal 2026 zu. Bloomberg berichtete am 29. Oktober, Customer B sei Anthropic; die Meldung berief sich auf eine nicht namentlich genannte, mit der Angelegenheit vertraute Person.
Was SpaceX zu Customer B meldete
SpaceX verbuchte im Quartal bis zum 30. September 2026 insgesamt 14,575 Milliarden US-Dollar Umsatz. Im Form 10-Q, das am 22. Oktober eingereicht wurde, ordnete das Unternehmen Customer B 34,5 Prozent des Quartalsumsatzes und 24,2 Prozent des Umsatzes der ersten neun Monate des Jahres zu. Die Umsätze von Customer B stammten aus dem Segment Super Intelligence (SI). SpaceX’ Form 10-Q
| Kunde laut SpaceX-Filing | Anteil am Umsatz im 3. Quartal 2026 | Anteil am Umsatz der ersten neun Monate 2026 | Zugeordnete SpaceX-Segmente |
| Customer A | 16,6 % | 17,3 % | alle drei Segmente |
| Customer B | 34,5 % | 24,2 % | Super Intelligence (SI) |
Die 34,5 Prozent entsprechen rechnerisch rund 5,03 Milliarden US-Dollar des Quartalsumsatzes (14,575 × 0,345). Das ist Customer B zugerechneter Umsatz, keine ausgewiesene Zahlung von Anthropic. Die Vergleichswerte zeigen außerdem, dass Customer A Umsätze aus allen drei SpaceX-Segmenten erzielte, während Customer B dem SI-Segment zugeordnet wurde.
Warum Anthropic als Kunde genannt wird
SpaceX führt den Kunden im Form 10-Q unter der Bezeichnung Customer B. Bloomberg ordnete ihn Anthropic zu und stützte sich dabei auf eine nicht namentlich genannte Person, die mit der Angelegenheit vertraut sei. Die Identifizierung ist damit eine Bloomberg-Meldung, nicht der Name im SpaceX-Filing.
Die Zahlen ergänzen NeoTeos frühere Einordnung von Musks Plan, einen Teil der SpaceX-Rechenleistung zu vermieten: Das Quartals-Filing beziffert den Umsatzanteil eines anonymisierten Kunden im SI-Segment.
Umsatzanteil und Vertragswert sind verschiedene Größen
Ein Bericht von Yahoo Finance, der Anthropics öffentlichen Börsenprospekt zitierte, nannte für die SpaceX-Compute-Vereinbarungen eine Obergrenze von bis zu 120,5 Milliarden US-Dollar über Laufzeiten bis 2029. Rund 3,1 Milliarden US-Dollar pro Monat seien erst nach Bereitstellung der gesamten Kapazität vorgesehen. Für die Hochlaufphase seien andere Gebühren angesetzt; der Prospekt habe die vollständige Bereitstellung für Dezember 2026 erwartet. Der Monatswert beschreibt somit einen künftigen Satz bei voller Kapazität, nicht den Umsatzanteil im dritten Quartal.
SpaceX beschreibt Cloud-Service-Verträge allgemein als Vereinbarungen mit festen Monatsgebühren und einer typischen Laufzeit von drei Jahren, die jede Partei mit 90 Tagen Frist beenden kann. Eine Analyse des Anthropic-Prospekts durch SecondSource berichtete, dass zunächst nicht kündbare Zeiträume der SpaceX-Vereinbarungen im Januar beziehungsweise März 2027 enden sollten. Danach könne jede Partei mit 90 Tagen schriftlicher Frist kündigen.
Der Compute-Vertrag betrifft Colossus 1 in Memphis
Die im Mai 2026 angekündigte Compute-Vereinbarung bezog sich auf Kapazität im Rechenzentrum Colossus 1 in Memphis. CNBC bezifferte die Kapazität auf mehr als 300 MW und berichtete, Anthropic erwarte dadurch mehr Rechenleistung für zahlende Abonnenten von Claude Pro und Claude Max.
Caleb Writes Code veröffentlichte am 8. Mai 2026 eine englischsprachige Analyse, die mögliche Auswirkungen des Abkommens auf Nutzungslimits und Zuverlässigkeit bei Claude-Diensten erörtert.