Anthropic, PBC reichte am 26. Oktober 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC eine vorläufige Registrierungserklärung nach Form S-1 für einen geplanten Börsengang ein. Darin beschreibt das Unternehmen mögliche Engpässe bei der Energieversorgung geplanter Rechenzentren und Grenzen beim Versicherungsschutz für KI-bezogene Haftungsrisiken. Die Risiken betreffen mögliche künftige Belastungen für Anthropic.

Was Anthropic im S-1 zu den Risiken sagt

Ein Form S-1 ist die Registrierungserklärung für einen geplanten Börsengang in den USA. Anthropic ordnet die Risikohinweise als eigene Einschätzung von Umständen ein, die das Unternehmen künftig beeinträchtigen könnten. Die Erklärung ergänzt NeoTeos frühere Einordnung der IPO-Unterlagen und Kennzahlen von Anthropic um die konkreten Energie- und Versicherungsrisiken.

Erdgas, Transport und Kosten für Rechenzentren

Für einige geplante Rechenzentren sieht Anthropic eine Stromversorgung durch eigene Erdgasgeneratoren vor Ort vor. Das Unternehmen könnte Schwierigkeiten haben, verlässliche Gaslieferungen, Transportkapazitäten und Pipeline-Anschlussleitungen zu sichern. Ein Engpass könnte die Entwicklung eines Standorts verzögern oder dazu führen, dass Anthropic ihn aufgibt. Auch bei laufenden Anlagen könnten Lieferunterbrechungen auftreten.

Anthropic weist zudem auf mögliche Schwankungen der Gaspreise hin. Brennstoff- und Transportkosten könnten ohne Obergrenze an das Unternehmen weitergegeben werden. Damit hängen Standortplanung und Betrieb nicht nur davon ab, ob eine Anlage gebaut werden kann, sondern auch davon, ob die Versorgung zuverlässig und zu tragbaren Kosten verfügbar ist.

Stromnetz und weitere Standortbedingungen

Textfreies Diagramm: Erdgasversorgung, Pipeline, Stromerzeugung vor Ort und Rechenzentrum; daneben Faktoren wie Stromnetz, Wasser, Ausrüstung, Genehmigungen und Fachkräfte.

Erdgas ist nur eine von mehreren möglichen Engstellen. Anthropic nennt lange Wartezeiten für den Netzanschluss, die verfügbare Strom- und Wasserversorgung, Genehmigungen, Entscheidungen von Versorgern und Behörden sowie Verzögerungen bei Anlagen und Bauteilen. Auch Fachkräfte, Bau- und Betriebspartner sowie mögliche Einwände aus der Nachbarschaft können die Entwicklung oder den Betrieb eines Standorts erschweren.

Für das erste Halbjahr 2026 wies Anthropic 8,945 Milliarden US-Dollar an Ausgaben für Rechenleistung und Infrastruktur aus, entsprechend 55 Prozent des Umsatzes. Die Position umfasst unter anderem Forschung, Modellentwicklung, den Betrieb für Kunden und interne Nutzung.

Was Anthropic zur Versicherung von KI-Haftungsrisiken sagt

Anthropic warnt, dass Versicherungen mögliche Haftungsfolgen von KI-bezogenen Schäden womöglich nicht ausreichend abdecken. Bei einem katastrophalen Vorfall oder einer Häufung von Vorfällen könnten einem einzelnen Versicherer, möglicherweise auch der Branche insgesamt, die Kapazität oder das Fachwissen fehlen, um die Risiken angemessen zu versichern.

Das Unternehmen beschreibt den Markt für spezielle KI-Deckungen als jung und im Wandel. Für bestimmte KI-bezogene Haftungsfälle könnte Versicherungsschutz zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen oder überhaupt nicht erhältlich sein. Damit benennt Anthropic ein mögliches Deckungsrisiko für künftige Fälle, nicht einen bereits eingetretenen Schaden.

Die Angaben zur Kundenkonzentration

Für die neun Monate bis zum 30. September 2026 entfielen laut Anthropic rund 25 Prozent des Umsatzes auf die fünf größten Kunden. Kein einzelner Kunde machte in diesem Zeitraum mehr als 10 Prozent des Umsatzes aus.