Anthropic könnte bei einem möglichen Börsengang mit dem 26,8- bis 29,8-Fachen eines einfachen, aus dem dritten Quartal 2026 hochgerechneten Umsatzes bewertet werden. Grundlage sind eine gemeldete Bewertungsspanne von 1,8 bis 2 Billionen US-Dollar und ein Quartalsumsatz von 16,8 Milliarden US-Dollar. Die Hochrechnung ist eine Rechenhilfe, keine Umsatzprognose.

So entsteht der Vergleich

Infobae bezifferte den möglichen Q3-Umsatz von Anthropic auf 16,8 Milliarden US-Dollar und nannte eine mögliche IPO-Bewertung von 1,8 bis 2 Billionen US-Dollar. Für einen Vergleich mit einem Jahreswert lässt sich der Quartalsumsatz mit vier multiplizieren: 16,8 × 4 ergibt einen einfachen annualisierten Umsatz von 67,2 Milliarden US-Dollar. Teilt man die beiden Bewertungsannahmen durch diesen Betrag, ergeben sich rund 26,8 beziehungsweise 29,8.

Mögliche BewertungGemeldeter Umsatz Q3 2026Einfach annualisierter UmsatzVerhältnis zum annualisierten Umsatz
1.800 Mrd. US-Dollar16,8 Mrd. US-Dollar67,2 Mrd. US-Dollarrund 26,8-fach
2.000 Mrd. US-Dollar16,8 Mrd. US-Dollar67,2 Mrd. US-Dollarrund 29,8-fach

Die Rechnung setzt den Q3-Umsatz unverändert für vier Quartale an. Sie beschreibt weder tatsächlich erzielte Jahresumsätze noch künftige Erlöse. Andere Berichte nannten Überlegungen einzelner Investoren zu einer Bewertung von etwa 1,5 Billionen US-Dollar.

Umsatz und Verlust beziehen sich auf ein anderes Zeitfenster

Für das erste Halbjahr 2026 meldete elDiario.es 16,3 Milliarden US-Dollar Umsatz und einen Nettoverlust von 80,7 Milliarden US-Dollar. In diesem Verlust seien 72 Milliarden US-Dollar als buchhalterischer Aufwand im Zusammenhang mit Änderungen des Werts wandelbarer Schuldverschreibungen und anderer Finanzinstrumente enthalten. Die Verlustsumme ist daher nicht gleichbedeutend mit dem Betrag, den Anthropic in diesem Zeitraum bar ausgegeben hat.

Laut elDiario.es gab Anthropic im ersten Halbjahr knapp 9 Milliarden US-Dollar für Rechenkapazität und Infrastruktur aus. Diese Ausgaben sind von den für die Zukunft gemeldeten Verpflichtungen zu unterscheiden.

Was die gemeldeten Rechenverpflichtungen umfassen

Berichte bezifferten Anthropics bereits eingegangene Infrastrukturverpflichtungen auf mehr als 600 Milliarden US-Dollar. Die möglichen Verpflichtungen für Rechenleistung könnten in den kommenden Jahren bis zu 750 Milliarden US-Dollar erreichen, einschließlich weiterer Vereinbarungen, die laut Axios noch verhandelt wurden. Das ist eine Summe möglicher Verpflichtungen über mehrere Jahre, keine einzelne sofortige Zahlung.

Für Cloud-Vereinbarungen nannten Berichte insgesamt rund 450 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von sieben bis zehn Jahren. Die meisten dieser Vereinbarungen seien demnach nicht kündbar. Zu den gemeldeten Beträgen gehörten 111 Milliarden US-Dollar mit Google, 110 Milliarden mit Amazon Web Services und 31 Milliarden mit Microsoft.

Die IPO-Angaben bleiben Erwartungen

NerdWallet berichtete am 22. Oktober, Anthropic habe am 1. Juni 2026 vertraulich einen Entwurf des Formulars S-1 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. NeoTeo hat den vertraulichen S-1-Entwurf bereits im Zusammenhang mit der möglichen Bewertung eingeordnet.

Axios berichtete am 21. Oktober von der Erwartung eines möglichen Börsengangs vor Thanksgiving. Infobae nannte als mögliche Zeit für die Einreichung formeller Vermarktungsunterlagen die Woche ab dem 9. November 2026.