Reuters berichtete am 21. Oktober 2026, Anthropic habe im ersten Halbjahr fast 9 Milliarden US-Dollar für Rechenkapazität und Infrastruktur ausgegeben, nach 2,3 Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr 2025. Das ist eine andere Kennzahl als der für H1 2026 gemeldete Nettoverlust von 80,7 Milliarden US-Dollar. Reuters zufolge entfielen davon 72 Milliarden US-Dollar auf einen bilanziellen Aufwand im Zusammenhang mit der Neubewertung von Wandelanleihen und anderen Finanzierungsinstrumenten.

Ausgaben und Nettoverluste im Halbjahresvergleich

Die von Reuters berichteten Zahlen zeigen zwei unterschiedliche Größen für dieselben Halbjahre: den Nettoverlust und die Ausgaben für Rechenkapazität und Infrastruktur. Alle Werte in der Tabelle sind in Milliarden US-Dollar angegeben.

ZeitraumGemeldeter NettoverlustAusgaben für Rechenkapazität und Infrastruktur
Erstes Halbjahr 2025132,3
Erstes Halbjahr 202680,7knapp 9

Das Wall Street Journal berichtete am 20. Oktober 2026, ein von der Zeitung eingesehener Entwurf eines Börsenprospekts weise für Anthropic im ersten Halbjahr 2026 einen Nettoverlust von 80,7 Milliarden US-Dollar aus. Die darin enthaltene Belastung von 72 Milliarden US-Dollar entspricht, aus den gerundeten Beträgen berechnet, etwa 89 Prozent des Nettoverlusts. Reuters beschrieb sie als bilanziellen Aufwand, nicht als gleich hohen operativen Geldabfluss.

Die Ausgaben für Rechenkapazität und Infrastruktur erfassen eine bestimmte Kostenkategorie. Sie beziffern nicht sämtliche Ausgaben oder den gesamten Geldabfluss des Unternehmens. Der gemeldete Nettoverlust lässt sich daher nicht als Summe des im Betrieb ausgegebenen Geldes lesen. Eine frühere NeoTeo-Meldung ordnet den gemeldeten Halbjahresverlust von Anthropic ein.

Welche Infrastrukturverpflichtungen gemeldet wurden

Handelsblatt berichtete von unterzeichneten Kapazitätsverträgen im Umfang von etwa 450 Milliarden US-Dollar für die kommenden sieben bis zehn Jahre. Die meisten seien dem Bericht zufolge nicht kündbar. Reuters bezifferte Verpflichtungen für Cloud-Dienste, Rechenleistung und Infrastruktur über zehn Jahre auf mindestens 518 Milliarden US-Dollar.

Das Wall Street Journal nannte außerdem mögliche künftige Ausgaben für Rechenkapazität von rund 750 Milliarden US-Dollar. In dieser Schätzung seien auch Vereinbarungen enthalten, die noch verhandelt würden.

Die Jahreszahlen für 2025

Für das Gesamtjahr 2025 berichtete Reuters einen Nettoverlust von 42 Milliarden US-Dollar. Ohne einen ähnlichen bilanziellen Aufwand habe der operative Verlust bei rund 8,1 Milliarden US-Dollar gelegen, bei einem Jahresumsatz von 4,6 Milliarden US-Dollar.