Am 15. September 2026 veröffentlichte Apple die technische Beschreibung von Apple Reference Image. Das optionale Kameraverfahren für das iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max erstellt eine signierte, kryptografisch zeitlich eingegrenzte Referenz, die zeigen soll, welche Bilddaten der Hauptkamerasensor aufgenommen hat. In Deutschland ist die Funktion nicht verfügbar.
Die Referenz kann bei der Prüfung der Bildherkunft helfen. Sie garantiert weder, dass jedes später bearbeitete Foto unverändert ist, noch, dass jede Manipulation erkannt wird.
Was Apple Reference Image festhält
Bei einer Aufnahme mit aktiviertem Reference Image bleibt die signierte Referenz eine separate Datei neben dem gewöhnlichen, weiterhin bearbeitbaren Foto. So lässt sich die Sensoraufnahme einer später bearbeiteten Version gegenüberstellen.
Das Verfahren ist auf die Hauptkamera der beiden Pro-Modelle ausgelegt und muss eingeschaltet werden. Es gilt nicht automatisch für jede Kamera des iPhone. Auch die variable Blende des iPhone 18 Pro ist etwas anderes: Sie ist eine Kameraeigenschaft, während Reference Image die Herkunft von Bilddaten dokumentieren soll.
Vom Sensor zum digitalen Negativ
Apple beschreibt eine Verarbeitungskette, in der mehrere Komponenten jeweils eigene Daten absichern:
| Stufe | Was passiert | Ergebnis |
| Aufnahme | Der Sensor signiert die Pixeldaten unmittelbar nach der Aufnahme. | Eine signierte Referenz der vom Sensor erfassten Bilddaten. |
| Gerätedaten | Die Secure Enclave signiert Angaben, die nicht direkt vom Sensor stammen, darunter Zoomfaktor, Belichtung und Objektivparameter. | Aufnahmeinformationen werden mit abgesichert. |
| Zeitstempel | Kryptografische Zeitgrenzen markieren, wann die Aufnahme entstanden ist. Der Zeitstempel-Impuls erfolgt weltweit durchschnittlich etwa alle 15 Minuten; lokale Netzwerkbedingungen können den Abstand verändern. | Ein zeitlicher Rahmen für die Aufnahme. |
| Digitales Negativ | Das Gerät speichert die Aufnahme zunächst als sicheres digitales Negativ im DNG-Format. | Eine noch nicht entwickelte Referenzdatei. |
| Entwicklung | Private Cloud Compute prüft die Signaturen und entwickelt das DNG unter anderem durch Demosaicing und Tonwertanpassung zu einem JPEG. | Ein anzeigbares Referenzbild. |
| Abschlusssignatur | Das JPEG erhält eine zusammengesetzte Signatur aus ML-DSA-87 und RSA-3072-PSS-SHA512. | Eine signierte Referenz nach der Entwicklung. |
Apple zufolge kann das noch nicht entwickelte DNG auf dem Gerät verbleiben oder bereits vor der Entwicklung geteilt werden.
Datenschutz, Löschung und Widerruf
Apple sagt, Private Cloud Compute sei so gestaltet, dass selbst Apple die Bilddaten während der Verarbeitung nicht einsehen könne. Für den Widerruf verwaltet ein separater Dienst private Verknüpfungen zwischen Foto-IDs und Sensoren, ohne Zugriff auf die Bilddaten zu haben.
Apple kann einzelne Referenzbilder oder sämtliche Bilder eines Sensors widerrufen, wenn Betrug oder eine Kompromittierung festgestellt wird. Nach erfolgreicher Entwicklung verschiebt das System das digitale Negativ in den Ordner für gelöschte Fotos. Nach 30 Tagen wird es automatisch entfernt, sofern es nicht wiederhergestellt wurde.
Warum Reference Image in Deutschland nicht verfügbar ist
Apple Reference Image ist in Deutschland nicht verfügbar. Die Einschränkung betrifft die Funktion selbst; sie beschreibt nicht die Verfügbarkeit der iPhone-Kamera-Hardware.
Reference Image und C2PA erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Apple setzt bei Reference Image am Kamerasensor an. C2PA-basierte Herkunftsinformationen werden üblicherweise nach der Aufnahme hinzugefügt und können die Bearbeitungsschritte ab diesem Zeitpunkt dokumentieren.
| Aspekt | Apple Reference Image | C2PA-basierter Ansatz |
| Ausgangspunkt | Signierung der Pixeldaten durch den Sensor bei der Aufnahme. | Herkunftsinformationen werden üblicherweise nach der Aufnahme angefügt. |
| Dokumentierter Verlauf | Eine Referenz der vom Sensor erfassten Bilddaten. | Eine maschinenlesbare Bearbeitungs- und Verarbeitungshistorie ab dem Zeitpunkt, an dem sie angefügt wird. |
Damit liegen die Schwerpunkte an unterschiedlichen Stellen: Reference Image verankert eine Referenz bei der Aufnahme, während C2PA den anschließenden Bearbeitungsverlauf dokumentieren kann.