John Ternus erklärte in einem am 21. September 2026 veröffentlichten Bericht über ein Canal+-Interview, warum Apple das iPhone Duo als großes aufgeklapptes Nutzungserlebnis konzipiert hat: Es soll sich eher an der iPad-Erfahrung orientieren als an zwei zusammengeschobenen Smartphone-Displays. Zugleich beschreibt der neue Apple-CEO seine Führung als Fortsetzung der bisherigen Produkt- und Innovationsstrategie.
Was John Ternus über das iPhone Duo sagte
Ternus stellte das iPhone Duo als eigenständige Interpretation eines faltbaren Smartphones dar. Apple habe nicht einfach zwei herkömmliche Smartphone-Formen verbinden wollen, sondern ein großes Display-Erlebnis entwickelt, das sich im aufgeklappten Zustand stimmig anfühlt.
Der Ansatz ist mehr als eine Frage der Bildschirmgröße. Ternus verwies auf Apples langjährige Erfahrung mit dem iPad und sagte, das Unternehmen habe daraus auch die Form des neuen Geräts abgeleitet. Für das iPhone Duo entwickelte Apple außerdem ein neues Seitenverhältnis.
John Ternus ist seit dem 1. September 2026 Apple-CEO. Apple hatte den Wechsel von Tim Cook zu Ternus im April angekündigt. Cook übernahm anschließend die Rolle des Executive Chairman.
Warum Apple das iPhone Duo wie ein iPad denkt
Die zentrale Produktidee lautet: Das aufgeklappte iPhone Duo soll ein großformatiges Arbeiten und Konsumieren ermöglichen, ohne wie ein quadratisches Display aus zwei Telefonhälften zu wirken. Ternus stellte diesen Anspruch ausdrücklich der Lösung gegenüber, zwei klassische Smartphone-Formen zu einem Gerät zusammenzufügen.
Damit beschreibt er vor allem die gewünschte Nutzung und Gestaltung, nicht eine einzelne technische Spezifikation. Das neue Seitenverhältnis gehört laut Ternus zu den Entscheidungen, mit denen Apple diese Erfahrung umgesetzt hat.
Scharnier, Display und Zuverlässigkeit als Entwicklungsaufgaben
Ternus nannte drei Bereiche, die Apple bei der Entwicklung des iPhone Duo besonders beschäftigen mussten: das Scharnier, die Displaytechnik und die Zuverlässigkeit. Für ein faltbares Gerät hängen diese Themen eng zusammen. Das Scharnier bestimmt die Bewegung beim Öffnen, das Display muss diese Bewegung mitmachen, und die Zuverlässigkeit betrifft den dauerhaften Betrieb des Gesamtsystems.
Ternus hob außerdem eine Öffnungsanimation hervor, die sich beim Aufklappen von einer Seite zur anderen über das Gerät bewegt. Für ihn gehört dieses Detail zu den spielerischen Elementen des iPhone Duo. Apple verbindet die technische Bewegung des Geräts also mit einer sichtbaren Software-Reaktion.
Siri soll keine Freundin sein
Auf die Rolle von KI angesprochen, sagte Ternus, Siri sei nicht dafür entwickelt, eine Freundin zu sein. Apple wolle außerdem nicht, dass Siri menschliche Beziehungen ersetzt. Menschen lernten, wüchsen und fänden Freude und Glück durch ihre Beziehungen zu anderen Menschen, erklärte er.
Die Aussage grenzt Apples gewünschte Rolle für Siri klar von einem künstlichen sozialen Gegenüber ab. Siri soll demnach als Assistentin innerhalb des Apple-Ökosystems dienen, nicht als Ersatz für persönliche Kontakte.
Ternus kündigt keinen radikalen Strategiewechsel an
Ternus beschreibt seinen Amtsantritt nicht als Bruch mit Apple. Der Fokus auf Innovation, Produkte und Kunden habe sich nicht verändert, sagte er. Er selbst sei leidenschaftlich an der Entwicklung von Produkten beteiligt, sehe seine Führung aber nicht als radikale Neuausrichtung.
Zu Apple kam Ternus im Jahr 2001 im Produktdesign-Team. Später wurde er Vice President und anschließend Senior Vice President of Hardware Engineering. In einem weiteren Interview sagte er, er arbeite seit 25 Jahren bei Apple.
Diese Laufbahn erklärt, warum Ternus die Produktentwicklung so stark in den Mittelpunkt seiner ersten öffentlichen Aussagen stellt. Sie legt zugleich nahe, dass er seine neue Rolle zunächst über konkrete Geräte und deren Entstehung vermittelt – nicht über ein neues Unternehmensmotto.
Duo und iPhone 18 Pro: zwei unterschiedliche Prioritäten
In einem weiteren Gespräch ordnete Ternus das iPhone Duo und das iPhone 18 Pro als unterschiedliche Produktangebote ein. Das Duo stehe für ein großes Display-Erlebnis in einem faltbaren Format. Beim iPhone 18 Pro betonte er dagegen Spitzenleistung und Kamerafunktionen.
| Modell | Primäre Erfahrung | Zugeordnete Priorität |
| iPhone Duo | Großes Display-Erlebnis im faltbaren Format | Großformatige Nutzung |
| iPhone 18 Pro | Klassisches iPhone-Erlebnis | Spitzenleistung und Kamerafunktionen |
Die beiden Geräte sollen damit unterschiedliche Wünsche innerhalb der iPhone-Familie ansprechen. Ternus verglich diese Rollen mit der Aufteilung zwischen MacBook Air und MacBook Pro: nicht dasselbe Gerät in zwei Größen, sondern unterschiedliche Schwerpunkte.
Für Apple steht das iPhone Duo damit zugleich für eine neue Geräteform und für eine vertraute Produktlogik: ein klar abgegrenztes Nutzungserlebnis, während Ternus die übergeordnete Ausrichtung auf Produkte, Innovation und Kunden beibehalten will.