Die Apple Watch Ultra 4 ist für Käufer interessant, die lange GPS-Workouts und neue Herzfrequenz- und Readiness-Funktionen wollen. Besitzer einer Ultra 3 bekommen beim GPS aber keinen nennenswerten Genauigkeitssprung. In Deutschland startet die Uhr bei 899 Euro. Die Testbeobachtungen zur Herzfrequenz fallen je nach Aktivität unterschiedlich aus: Neben guten Übereinstimmungen gab es Datenlücken und Auffälligkeiten beim Laufen.
Urteil: ausdauernd, aber nicht für jeden ein Upgrade
Apple nennt für den Alltag eine Laufzeit von 50 Stunden. Bei GPS-Workouts gibt es mehrere Modi, doch deren Laufzeitangaben sind nicht mit den Hochrechnungen einzelner Aktivitäten gleichzusetzen. Die Uhr bringt außerdem einen aktualisierten Herzfrequenzsensor und den Readiness Score mit, der Erholung und Trainingsbereitschaft einordnet.
Für Besitzer einer Ultra 3 ist der Grund für einen Wechsel weniger eindeutig: Ein Feldtest bewertete die GPS-Genauigkeit als gut, stellte gegenüber der Ultra 3 aber keine wesentliche Veränderung fest. Wer vor allem auf ein besseres GPS-Signal hofft, bekommt damit keinen überzeugenden Upgrade-Grund.
Herzfrequenz: gute Übereinstimmung, aber nicht lückenlos
Bei Indoor-Radfahren und Krafttraining stimmten die Herzfrequenzwerte in einem Vergleich mit einem Polar-H10-Brustgurt eng überein. Die angegebene Korrelation lag bei 1,00 beim Radfahren und 0,99 beim Krafttraining. Beim Laufen fiel sie auf 0,94; Auffälligkeiten traten vor allem in den ersten fünf Minuten auf. Eine Korrelation beschreibt, wie ähnlich zwei Messreihen verlaufen, aber nicht den Fehler jedes einzelnen Messwerts.
Bei den Trainingsaufzeichnungen lagen die Herzfrequenzwerte im Durchschnitt fünf Sekunden auseinander. In einzelnen Testabschnitten betrugen die Abstände jedoch 11, 12 und 14 Sekunden. Die guten Ergebnisse in bestimmten Sportarten bedeuten deshalb nicht, dass jede Aktivität gleich lückenlos erfasst wird.
GPS und Akku: Moduswahl verändert die Laufzeit
Für GPS-Workouts nennt Apple 20 Stunden im Normalmodus, 25 Stunden im erweiterten Modus und 45 Stunden im maximal erweiterten Modus. Zwei Hochrechnungen aus konkreten Aktivitäten ergaben 18 Stunden 47 Minuten nach einem Workout von 2 Stunden und 4 Minuten sowie 18 Stunden 33 Minuten nach einer Aktivität von 6 Stunden und 36 Minuten. Das sind Schätzungen aus einzelnen Workouts, keine standardisierten Laufzeitmessungen.
Der Maximalmodus hat funktionale Einschränkungen: Das Display zeigt Herzfrequenzwerte als gleitenden Fünf-Minuten-Durchschnitt an, obwohl die Aufzeichnung laut Testbericht alle fünf Sekunden erfolgt. Das Always-On-Display, Laufmetriken, Rundenzeiten, Warnmeldungen und eigene Trainings sind in diesem Modus deaktiviert.
Die GPS-Beobachtungen fallen nicht einheitlich aus. Ein Feldtest bewertete die Genauigkeit als gut und fand keinen wesentlichen Unterschied zur Ultra 3. Bei einem separaten Lauf auf einer rechteckigen Strecke wich die aufgezeichnete GPS-Spur deutlich vom erwarteten Wegverlauf ab.
Readiness und Audiofunktionen
Der Readiness Score reicht von 0 bis 10 und ordnet die Trainingsbereitschaft in vier Stufen ein. Die Uhr benötigt zunächst sieben Nächte mit jeweils mindestens vier Stunden Schlaf, bevor sie den Wert berechnet. Anschließend vergleicht sie die Erholungsdaten mit einem zurückliegenden Zeitraum von 49 Tagen. Auf den getesteten Ultra-4- und Series-12-Geräten erschienen Readiness-Werte teils verspätet oder fehlten kurzzeitig beziehungsweise waren vorübergehend fehlerhaft.
Bei Tests, die am 17. September veröffentlicht wurden, waren Geräuscherkennung und sofortige Shazam-Erkennung verfügbar. Live Rewind und Siri Recap waren als spätere Funktionen für 2026 beschrieben. Für Käufer zählen daher vor allem die bereits nutzbaren Gesundheits- und Trainingsfunktionen; die beiden später vorgesehenen Audiofunktionen sollten nicht als zum Testzeitpunkt verfügbare Funktionen eingeplant werden.
Für wen lohnt sich die Apple Watch Ultra 4?
Die Ultra 4 passt zu Käufern, die eine lange angegebene Laufzeit und die Ultra-spezifischen Trainings- und Gehäusemerkmale suchen. Ein einwöchiger Alltagstest bewertete viele interne Neuerungen als Funktionen, die auch die Apple Watch Series 12 biete oder bereits in der Ultra 3 vorhanden seien. Für Besitzer einer Ultra 3 hängt der Mehrwert daher vor allem davon ab, ob der aktualisierte Herzfrequenzsensor, Readiness und die zusätzlichen GPS-Akkumodi wichtig sind.
Das 49-mm-Gehäuse wiegt je nach Ausführung 63,0 oder 63,1 Gramm. Einzelne Besitzer empfanden die Uhr als wuchtig oder beim Schlafen und Krafttraining als unbequem. Außerdem lässt sich die Apple Watch Ultra 4 laut Testbericht nur mit einem iPhone 11 oder neuer koppeln, das iOS 27 ausführen kann; Android wird nicht unterstützt.