Reuters berichtete am 15. Oktober 2026, ASML erwäge rund zwölf EUV-Anlagen zusätzlich zu den bis 2028 geplanten 110 pro Jahr. Zugleich halte der Konzern Aufträge für 2029 und 2030 zurück, während er die Kundenbereitschaft und die eigene Lieferkapazität prüfe. Die Reuters-Journalisten Toby Sterling und Nathan Vifflin schilderten beide Schritte als laufende Überlegungen, nicht als neue Produktionszusage. (Reuters-Bericht, veröffentlicht bei U.S. News)
Wie viele EUV-Anlagen könnte ASML 2028 produzieren?
Der bisherige Plan sieht laut Reuters bis 2028 eine jährliche Kapazität von 110 EUV-Anlagen vor. Falls ASML die erwogenen rund zwölf zusätzlichen Maschinen vollständig hinzufügte, ergäbe die Rechnung ungefähr 122 Anlagen pro Jahr. Diese Zahl beschreibt ein bedingtes Rechenbeispiel, kein neues Unternehmensziel.
| Szenario | EUV-Anlagen pro Jahr | Grundlage |
| Bisheriger Plan für 2028 | 110 | Von Reuters beschriebener Jahresplan |
| Erwogene Erweiterung | rund 12 zusätzlich | Von Reuters berichtete Überlegung |
| Rechnerische Summe bei vollständiger Erweiterung | rund 122 | 110 plus rund 12; bedingte Rechnung |
ASML erklärte am 14. Oktober 2026, dass die geplante Produktion die Kundennachfrage 2027 und 2028 voraussichtlich nicht vollständig decken werde. Im Juli hatte das Unternehmen für 2027 eine Kapazitätssteigerung von 30 Prozent bei Low-NA-EUV- und DUV-Immersionssystemen angekündigt; für 2028 prüfte es damals eine weitere Erhöhung um 30 Prozent. Christophe Fouquet sagte, ASML untersuche inzwischen zusätzliche Kapazität für 2028 über diesen zuvor kommunizierten Zuwachs hinaus. (ASMLs Mitteilung zu den Quartalszahlen)
Die Ausgangslage – die erwartete Lücke zwischen Angebot und Nachfrage 2027 und 2028 – erläutert NeoTeos frühere Meldung zu ASMLs Quartalszahlen. Der neue Bericht richtet den Blick auf den möglichen Zusatz über den bisherigen Jahresplan hinaus.
Warum hält ASML Aufträge für 2029 und 2030 zurück?
Roger Dassen, Finanzchef von ASML, begründete den Schritt laut Reuters mit der Prüfung, wann Kunden ihre Fertigungsstätten bereit haben und wie viel ASML selbst liefern kann. Der Konzern wolle vermeiden, einige Kunden früh zu berücksichtigen und später anderen wegen ausgeschöpfter Kapazität absagen zu müssen.
Das ist für die Planung der späteren Lieferjahre entscheidend: Kundeninteresse an Anlagen für 2029 oder 2030 ist nicht dasselbe wie ein von ASML angenommener Auftrag. Die Zurückhaltung soll nach Dassens Erklärung eine ausgewogenere Einschätzung von Kundenbedarf und verfügbarem Angebot ermöglichen.
Welche Maßnahmen können die Kapazität erhöhen?
ASML setzt laut Reuters und Tom’s Hardware auf mehrere Hebel mit unterschiedlichen Zeitplänen: kürzere Montagezeiten, Upgrades bereits installierter Anlagen und schnellere EUV-Modelle. Diese Maßnahmen lassen sich nicht zu einer einzigen Zahl für zusätzliche Jahreslieferungen zusammenfassen.
Tom’s Hardware zufolge soll das Modell Twinscan NXE:3800F Anfang 2027 eingeführt werden. Es erreicht dem Bericht nach einen Durchsatz von bis zu 260 Wafern pro Stunde; für das Twinscan NXE:3800E werden 230 Wafer pro Stunde genannt. Der Durchsatz beschreibt die Verarbeitungsgeschwindigkeit eines Systems. Er ist nicht gleichbedeutend mit der Zahl der Anlagen, die ASML pro Jahr ausliefert, oder mit der tatsächlich erreichten Produktion einer Fabrik. Dafür spielen auch die Zahl der Belichtungen pro Wafer und weitere Anlagen eine Rolle. (Tom’s Hardware zum NXE:3800F)
Der Ausbau des Fertigungsstandorts Eindhoven ist ein längerfristiger Hebel: Die erste Phase sollte Reuters zufolge erst 2029 in Betrieb gehen.