Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) begannen am 9. Oktober 2026, die endgültige Stilllegung des Fluid Science Laboratory (FSL) zu unterstützen, teilte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) mit. Die letzten wissenschaftlichen Aktivitäten des Labors im europäischen Columbus-Modul waren laut ESA im Juli 2026 zu Ende gegangen.

Was am 9. Oktober begann

Das FSL war eine Forschungseinrichtung für Strömungsmechanik und weiche Materie unter Mikrogravitation – dem nahezu schwerelosen Zustand im Orbit. Im Juli endete der wissenschaftliche Betrieb; im Oktober begann die Unterstützung der Astronauten für die abschließende Stilllegung. Das sind zwei verschiedene Schritte.

Was das Fluid Science Laboratory erforschte

Im FSL wurden Flüssigkeiten, Schäume, Emulsionen, Gele und körnige Materialien untersucht. Eine Emulsion ist ein Gemisch aus Flüssigkeiten, die sich normalerweise nicht miteinander vermischen, etwa Öl und Wasser. Die Experimente befassten sich unter anderem mit Sieden, Verbrennung und Wärmeübertragung.

Zu den Forschungsprogrammen gehörten GEOFLOW, das Prozesse ähnlich denen tief im Erdinneren modellierte, RUBI zu Verbrennung und Wärmeübertragung, FOAM-C zu Flüssigkeitsschäumen und COMPGRAN zu körnigen Materialien. PASTA-3 untersuchte Emulsionen, deren Stabilität durch Partikel beeinflusst wird.

Die Einsatzbilanz des FSL

Laut ESA war das FSL für zehn Jahre Betrieb ausgelegt und mehr als 18 Jahre im Orbit. In dieser Zeit absolvierte es über 101.000 Erdumläufe, unterstützte 18 wissenschaftliche Experimente und sammelte mehr als 42.000 Betriebsstunden.

Geplante Entsorgung und künftige Nutzung des Platzes

ESA plant, das FSL für eine sichere Entsorgung an Bord eines künftigen Frachtraumschiffs vorzubereiten. Anschließend soll es aus Columbus entfernt, auf das Frachtraumschiff gebracht und bei einem zerstörerischen Wiedereintritt in die Atmosphäre entsorgt werden.

Als erste Forschungsausrüstung soll ESA zufolge die X-Ray Facility (XRF) den Platz nutzen, den das FSL in Columbus freigibt.