Atocos Prototyp erzeugt Wasser mit simulierter Rechenzentrumswärme

Bei einer Vorführung am Atoco-Standort in Irvine, Kalifornien, floss Wasser aus einem Prototyp der Anlage. Das Unternehmen speiste dafür eine Wärmequelle von rund 66 °C ein, um Rechenzentrumswärme zu simulieren. Ein laufendes Rechenzentrum lieferte die Wärme nicht.

Atoco entwickelt ein System, das Wasser aus der Umgebungsluft gewinnt. Bei der Vorführung stand eine etwa sechs Meter hohe Anlage im Freien. Ein Solarmodul versorgte Zusatzsysteme; für die Wassergewinnung selbst nutzte die Anlage Wärme.

Wie MOFs Wasser aus der Luft aufnehmen und wieder abgeben

Atoco setzt auf metallorganische Gerüstverbindungen, kurz MOFs. Das sind poröse Materialien, deren Struktur Wassermoleküle aus der Luft aufnimmt. Wärme löst die gebundenen Moleküle wieder aus dem Material und ermöglicht so, Wasser als Flüssigkeit zu gewinnen.

Atoco zufolge können die MOFs Wasser bereits bei Temperaturen von etwa 38 °C aufnehmen und wieder abgeben. Für einen netzunabhängigen Betrieb nennt das Unternehmen eine relative Luftfeuchtigkeit im Zehner-Prozentbereich. Bei der Vorführung kam dagegen die simulierte Wärmequelle von rund 66 °C zum Einsatz.

Prototyp-Leistung und kommerzielles Entwicklungsziel

Für den Prototyp auf dem Parkplatz gibt Atoco eine mögliche Ausbeute von bis zu 300 Litern pro Tag an. Die eingesetzte Wärmemenge entsprach nach Angaben des Unternehmens der Abwärme eines Rechenzentrums mit 20 kW Leistung.

Ein kommerzielles System, das bis zu 1.000 Liter pro Tag liefern könnte, ist noch in Entwicklung. Die beiden Werte beschreiben unterschiedliche Entwicklungsstufen: Die höhere Leistung ist ein Ziel für ein künftiges Angebot, keine Angabe zur Vorführanlage.

Wärmebedarf, Maßstab und Wasserqualität

Auch wenn die Anlage Wärme aus einem Rechenzentrum nutzen soll, braucht der Prozess eine Wärmequelle, um das aufgenommene Wasser wieder freizusetzen. Für abgelegene Standorte kann das zum Hindernis werden, wenn dort die nötige Wärme- oder Energieinfrastruktur fehlt.

Das Wasser aus der Vorführung wurde nicht ausgegeben. Atoco-Chef Samer Taha beschrieb es als destilliertem Wasser gleichwertig. Für die Frage, ob das Wasser trinkbar ist, reicht diese Einordnung allein nicht aus.

Atocos erklärte Bestellabsicht

Zum 7. Oktober 2026 hoffte Atoco, bis Ende des Jahres Bestellungen für sein erstes Produkt anzunehmen.