Anika Wells, Australiens Kommunikationsministerin, sagte am 19. Oktober 2026 in Sydney in einem Interview mit Bloomberg, sie erwarte rechtliche Schritte gegen fünf Plattformen wegen möglicher Verstöße gegen Australiens Kontobeschränkung für Unter-16-Jährige. Ob eSafety ein Verfahren vor dem Federal Court of Australia einleitet, entscheidet laut Wells die unabhängige Aufsichtsbehörde selbst. Sie sammelt Belege für ein mögliches Verfahren.
Welche Plattformen betroffen sind
Die Untersuchung umfasst Facebook, Instagram, TikTok, Snapchat und YouTube. Facebook und Instagram gehören zu Meta Platforms, TikTok zu ByteDance, Snapchat zu Snap Inc. und YouTube zu Google.
Die australische Regelung trat am 10. Dezember 2025 in Kraft. Erfasste Plattformen müssen angemessene Maßnahmen ergreifen, damit Unter-16-Jährige keine Konten bei den betroffenen sozialen Netzwerken haben.
Ein im Juli veröffentlichter Bericht von eSafety kam den Berichten zufolge zu dem Ergebnis, dass die meisten befragten Unter-16-Jährigen bestehende Konten behalten oder neue eröffnen konnten. Als Hauptgrund nannten die Berichte unwirksame Alterskontrollen.
Wie eSafety Belege sammelt
Laut den Berichten kann eSafety Unterlagen von Plattformen anfordern und derzeitige oder ehemalige Beschäftigte vorladen. Julie Inman Grant ist die eSafety-Kommissarin. Wells sagte, die Behörde nutze ihre erweiterten Befugnisse, um Belege für mögliche Schritte vor dem Federal Court of Australia zu sammeln.
Die Diskussion über Durchsetzung und Privatsphäre
In einer Diskussion auf Reddit sprachen sich einzelne Kommentierende für Maßnahmen gegen die Plattformen oder strengere Strafen aus. u/Money-Confusion3174 bezweifelte, dass eine mögliche Geldstrafe die Unternehmen abschrecken würde. u/ManaSpike kritisierte Folgen der Regelung für Privatsphäre und Zugang zum Internet, darunter eine mögliche Pflicht, die eigene Identität offenzulegen. Diese Kommentare geben die unterschiedlichen Ansichten in diesem Thread wieder, nicht die Meinung der australischen Bevölkerung.