BBVA Research berichtete am 21. September 2026, dass die Beschäftigung in Spaniens am stärksten KI-exponierten Berufsgruppen seit 2022 schneller wuchs als im Durchschnitt. Das Arbeitsmarktobservatorium von Fedea und BBVA Research erfasst Daten bis zum zweiten Quartal 2026.
Was berufliche KI-Exposition bedeutet
KI-Exposition beschreibt, in welchem Maß generative KI potenziell einzelne Aufgaben eines Berufs übernehmen oder unterstützen kann. Die Einstufung bezieht sich auf Tätigkeiten, nicht auf die Frage, ob ein ganzer Beruf verschwindet.
Für die Analyse nutzten Fedea und BBVA Research den ILO-NASK-Index zur beruflichen Exposition von 2025, angepasst an die spanische Berufsklassifikation CNO-2011. Die Auswertung verknüpft diese Einordnung mit Daten der spanischen Arbeitskräfteerhebung Encuesta de Población Activa (EPA).
Zwei getrennte Expositionskategorien
Fedea zählte 7,2 Millionen Beschäftigte zur Kategorie mit hoher Exposition. Das entspricht 31,6 Prozent. Weitere 5,1 Millionen Beschäftigte beziehungsweise 22,6 Prozent entfielen auf die Kategorie mit mittlerer bis hoher Exposition.
| Kategorie | Beschäftigte | Anteil der Beschäftigten |
| Hohe Exposition | 7,2 Millionen | 31,6 % |
| Mittlere bis hohe Exposition | 5,1 Millionen | 22,6 % |
Was die Beschäftigungszahlen aussagen
Die Beschäftigung wuchs seit 2022 in den am stärksten exponierten Gruppen schneller als im Durchschnitt. Das ist eine beobachtete Entwicklung, kein Nachweis dafür, dass KI das Wachstum verursacht hat: Fedea ordnet die Auswertung als deskriptiv ein. Im Observatorium wurde bis zum zweiten Quartal 2026 zudem kein negativer Zusammenhang zwischen KI-Exposition und der Gesamtbeschäftigung beobachtet.
Hohe Exposition bedeutet daher nicht, dass die betreffenden Arbeitsplätze bereits wegfallen. Die Auswertung misst potenzielle Auswirkungen auf Aufgaben und beobachtete Beschäftigungsmuster; sie sagt nicht voraus, dass ein bestimmter Beruf verschwindet.
Die Analyse zeigt außerdem Unterschiede zwischen Beschäftigtengruppen: Mehr als 40 Prozent der Beschäftigten mit Hochschulbildung arbeiteten in Berufen mit hoher Exposition, verglichen mit rund 15 Prozent der Beschäftigten mit Grundbildung. In der Altersauswertung von BBVA Research hatten 25- bis 34-Jährige die höchste durchschnittliche Exposition.