Drop Site News berichtete am 23. Oktober 2026, dass Unterlagen aus dem Archiv der Genfer Firma Alp Services ein Projekt namens „Arnica 2“ beschreiben: Es soll mehr als 11.300 Tabelleneinträge zu Facebook-Nutzern in den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammengestellt haben. Als Auswahlkriterium dienten dem Bericht zufolge Likes für bestimmte Nachrichten- und politische Seiten, die als regierungsfeindlich galten.

Welche Angaben Arnica 2 erfasst haben soll

Die Einträge sollen Namen, Wohnorte, Beschäftigung und weitere persönliche Angaben enthalten haben. Die Zahl bezieht sich auf Tabelleneinträge.

Das Projekt zielte auf Nutzer in den Emiraten, die ausgewählte Facebook-Seiten mit einem Like versehen hatten. Es ging damit um eine gezielte Zusammenstellung anhand bestimmter Seiten, nicht um eine Erfassung der gesamten Facebook-Nutzerdatenbank.

Wie der Auftrag organisiert war

Laut Drop Site News listete ein Arbeitspapier vom August 2017 zehn Facebook-Seiten für die Untersuchung auf. Alp Services lagerte einen Teil der Zuordnung an Total Trust Investigations in Bukarest aus. Ein Mitarbeiter von Alp Services schickte dem Unternehmen sieben Suchlinks und bat um Namen und Profilangaben in einer Excel-Datei.

Im Oktober 2017 wurde dem Bericht zufolge ein Angebot über 55.000 Euro für die Analyse der zehn Seiten und ihrer Zielgruppen angefordert und übermittelt. Alp Services stellte den Betrag im Dezember 2017 ARIAF Studies and Research LLC in Abu Dhabi in Rechnung. Im Januar 2018 soll das Unternehmen die Daten auf einem USB-Stick geliefert haben.

Was über die weitere Verwendung bekannt ist

Drop Site News zufolge lässt sich nicht feststellen, ob die Listen an die Staatssicherheit der Emirate weitergegeben oder operativ genutzt wurden. Der Bericht stellt auch keinen Zusammenhang zwischen Arnica 2 und einer bestimmten Festnahme oder Strafverfolgung her.