ETNews berichtete am 20. Oktober 2026, Samsung Display habe am Vortag Gespräche mit Partnern über eine mögliche Pilotlinie für Inkjet-OLED begonnen. Dem Bericht zufolge wird die Einrichtung noch geprüft. Im Mittelpunkt steht ein Verfahren, das RGB-OLED-Pixel ohne feine Metallmasken, sogenannte Fine Metal Masks (FMM), erzeugen soll.

Was über die mögliche Pilotlinie berichtet wird

Die gemeldete Entwicklung betrifft den Druck der RGB-emittierenden OLED-Schichten. Bei der herkömmlichen FMM-Fertigung wird organisches Material durch eine feine Metallmaske aufgetragen. Inkjetdruck soll das Material stattdessen gezielt auf das Substrat bringen. ETNews zufolge wurden konkrete Anwendungen noch nicht festgelegt; Laptops und Monitore gelten als mögliche erste Einsatzfelder für IT-Displays.

Wie OLED-Inkjetdruck funktioniert und welche Hürden bleiben

Samsung Display beschreibt, wie organisches Material gelöst, zwischen Pixelbänke gespritzt und getrocknet wird; gleichmäßige Schichten bleiben eine Herausforderung.
Samsung Display beschreibt, wie organisches Material gelöst, zwischen Pixelbänke gespritzt und getrocknet wird; gleichmäßige Schichten bleiben eine Herausforderung.

Samsung Display beschreibt den Ablauf so: Organisches Material wird in einem Lösungsmittel gelöst, als Tröpfchen zwischen die Pixelbänke gespritzt und anschließend getrocknet. Dabei verdampft das Lösungsmittel, während das organische Material zurückbleibt. Nach Darstellung des Unternehmens kann das Verfahren Rohstoffe effizienter nutzen und bei Normaldruck oder niedrigem Vakuum arbeiten.

Die Prozesskontrolle bleibt anspruchsvoll: Samsung Display nennt den Coffee-Ring-Effekt sowie Schwierigkeiten, Schichtdicke und Materialdichte gleichmäßig zu halten. Omdia führt außerdem Herausforderungen bei Tinteneffizienz und Lebensdauer an. Solche Probleme sind für die Fertigung relevant, weil ein möglicher Materialvorteil allein noch keine stabile Produktion gewährleistet.

Der englischsprachige, von MSI gesponserte HDTVTest-Beitrag behandelt ein separates Produkt: den 27-Zoll-Monitor MSI PRO MAX 271UPJW12 mit einem Inkjet-OLED-Panel von TCL CSOT. Der Beitrag nennt 4K-Auflösung und 120 Hz; Makroaufnahmen zeigen die RGB-Streifenstruktur der Subpixel.

QD-OLED-Inkjet ist ein anderer Prozess

Samsung Display nutzt Inkjetdruck laut ETNews bereits für die Quantum-Dot-Farbkonversionsschicht seiner QD-OLED-Displays. Die OLED-Lichtemissionsschicht darunter wird dagegen durch thermische Verdampfung aufgebracht. Das unterscheidet sich vom gemeldeten Vorhaben, RGB-OLED-Pixel selbst per Inkjet zu drucken.

Ein Fachbeitrag von Samsung-Display-Autoren aus dem Jahr 2025 beschreibt einen Inkjetdrucker der Generation 8,5 und 27-Zoll-5K-QD-OLED-Monitorpanels mit 220 ppi. Die Autoren bezeichneten das Fehlerniveau als vergleichbar mit dem der Massenproduktion. Das Ergebnis bezieht sich auf QD-OLED und ist ein eigener technischer Befund.

Was Omdias Kostenschätzung aussagt

Omdia schätzte im Mai 2026, dass Inkjetdruck die Herstellungskosten von OLED-Notebookpanels gegenüber herkömmlichen FMM-OLED-Notebookpanels um etwa 30 bis 35 Prozent senken könnte. Das ist eine Schätzung zu Panel-Fertigungskosten, kein Preisversprechen für fertige Notebooks oder Displays.

Als Beispiel nennt Omdia 66 Panels mit jeweils 16,3 Zoll pro Gen-8.6-Substrat. Das seien rund 10 Prozent mehr als bei einem vergleichbaren FMM-Verfahren. Wie viele Panels auf ein Substrat passen, hängt laut Omdia von Displaygröße und Seitenverhältnis ab.