BBC News berichtete am 16. Oktober 2026, dass 96 Prozent von knapp 200 Befragten Einschränkungen bei Inhalten zur Frauengesundheit erlebt hatten. Weitere Umfragezahlen nennen Selbstzensur und geschäftliche Folgen. Die Ergebnisse beziehen sich auf die befragten Personen; sie messen nicht, wie häufig Instagram solche Inhalte insgesamt einschränkt.

Was die Umfragezahlen aussagen

Die neuere CensHERship-Umfrage umfasste laut BBC News knapp 200 Personen aus den Bereichen Content-Erstellung, Gesundheitsversorgung, Gesundheitswirtschaft, Wohltätigkeitsarbeit und Bildung. 96 Prozent berichteten von Einschränkungen in irgendeiner Form. Eine Zusammenfassung von The Case for Her nennt außerdem Selbstzensur bei 65 Prozent der Befragten, gegenüber 53 Prozent in einer früheren Erhebung aus dem Jahr 2025. Da die Erhebungen unterschiedlich beschrieben werden, sind die Werte kein direkter Trendvergleich. The Case for Her fasst die neueren Ergebnisse zusammen.

Auch die frühere Umfrage ist eine eigene Momentaufnahme: Auf ihrer Forschungsseite beschreibt CensHERship eine Befragung von mehr als 150 Organisationen und Content-Schaffenden. 95 Prozent hätten im vorausgegangenen Jahr mindestens einen Fall von Einschränkung auf sozialen Medien erlebt. Die Zahl bezieht sich auf diese frühere Erhebung und deren Befragte, nicht auf Instagram-Nutzerinnen und -Nutzer insgesamt. CensHERship beschreibt die frühere Umfrage.

Drei Fälle, drei unterschiedliche Eingriffe

Die geschilderten Erfahrungen reichen von eingeschränkter Werbung bis zu entfernten oder gefilterten Beiträgen. Irene Breen von Bella Moon sagte, Instagram habe im Januar 2025 damit begonnen, Anzeigen für Schwangerschaftskissen zu entfernen. Bei einem Gespräch mit Meta sei das englische Wort „pregnancy“ als Problem benannt worden. Nach zehn Monaten Gesprächen seien die Einschränkungen aufgehoben worden; ihr Unternehmen habe dadurch einen erheblichen finanziellen Schaden erlitten.

Athena Lamnisos, Geschäftsführerin der Krebsorganisation Eve Appeal, berichtete von einem Beitrag über die Anatomie der Vulva: Instagram habe ihn entfernt, den ersten Einspruch abgelehnt und den Beitrag später mit einem Sensitivitätsfilter wieder angezeigt. Deirdre O’Neill von Hertility zufolge wurde ein Facebook-Video, in dem eine Frau ihre Endometriose-Schmerzen schilderte, entfernt und als politischer Inhalt eingestuft. BBC News berichtete über die drei Fälle und die Aussagen der Beteiligten.

Meta erklärte gegenüber BBC News allgemein, Menschen könnten das Wort „pregnancy“ in Beiträgen verwenden und Inhalte rund um Schwangerschaft teilen und diskutieren. Diese Aussage bezog sich auf Beiträge; Breens Schilderung betraf bezahlte Anzeigen.

Geschäftliche Folgen und Beschwerden

In der Zusammenfassung von The Case for Her sagten 43 Prozent der Befragten, sie hätten Umsatzeinbußen erlitten. Mit den Beschwerde- und Lösungswegen der Plattformen zufrieden waren demnach 1,2 Prozent. Außerdem berichtete ein einzelnes Frauengesundheitsunternehmen von einem jährlichen Umsatzverlust in Höhe von 2,3 Millionen Pfund, nachdem es den Zugang zu Werkzeugen für Werbetracking und Zielgruppenansprache verloren hatte. Die Summe beschreibt diesen Unternehmensfall, nicht einen branchenweiten Verlust.

Meta erklärte außerdem, Unternehmen könnten für Wellness-, Sexualgesundheits- und Reproduktionsprodukte sowie entsprechende Dienstleistungen werben, wobei Einschränkungen gelten. TikTok sagte, bestimmte Inhalte dürften nicht im „Für dich“-Feed beworben werden; Creator könnten dagegen Einspruch einlegen. Die Digital-Kriminologin Dr Carolina Are von der London School of Economics verwies auf mögliche Fehlklassifizierungen durch automatisierte Systeme und darauf, dass frühere Fehlentscheidungen wiederholt werden könnten.