Am 17. Oktober berichtete Público, Meta habe technische Fehler eingeräumt, die Luiz Inácio Lula da Silvas Kampagne betroffen hatten. Einen Tag zuvor hatte Folha Details zu Einschränkungen bei Instagram und WhatsApp veröffentlicht. Das brasilianische Oberste Wahlgericht (TSE) hatte Meta laut Associated Press bereits am 15. Oktober angewiesen, Lula und Flávio Bolsonaro gleich zu behandeln.
Was das TSE von Meta verlangte
Laut Associated Press sollte Meta politische Inhalte nicht so verbreiten, Suchanfragen nicht so einschränken und Beiträge nicht so entfernen, dass dadurch ein Ungleichgewicht zwischen den Kandidaturen entsteht. Für das KI-Werkzeug von Meta sollten bei beiden Kandidaten dieselben Kriterien gelten. Bei Nichteinhaltung drohte laut AP ein tägliches Zwangsgeld von 500.000 brasilianischen Real.
Welche Plattformfunktionen betroffen waren
Laut Folha de S.Paulo konnte Lulas Instagram-Konto am 9. Oktober fast 24 Stunden lang keine Feed-Beiträge bewerben. Neue Dark Posts und bereits laufende Bewerbungen blieben dem Bericht zufolge möglich.
Folha berichtete außerdem von einem separaten globalen Datenausfall am 7. Oktober. Er habe fünf Stunden gedauert, mehr als 3.000 Konten betroffen und Aufrufzahlen gestört. Bei einer WhatsApp-Suche nach „Exército do Lula“ seien laut Folha „Canal do Lula“, „Tropa do Flávio“ und der Kanal der Arbeiterpartei PT erschienen. Für Instagram berichtete die Zeitung zudem, Flávios Profil sei vorgeschlagen worden, während eine Suche nach Lulas exaktem Namen dessen Profil nicht angezeigt habe.
UOL-Kolumnistin Thaís Bilenky berichtete, Meta AI habe Kampagnenmaterial für Flávio Bolsonaro erzeugt und ähnliche Anfragen mit Bezug zu Lula blockiert. UOLs Beitrag ordnet diese Vorgänge in die Beschwerden der beiden Wahlkampfteams ein.
Was über politische Absicht berichtet wurde
Lulas Kampagne warf Meta vor, ihre Reichweite zu beschneiden und Inhalte zugunsten von Flávio Bolsonaro zu empfehlen. Meta bestritt politische Voreingenommenheit und führte die Vorfälle auf technische Probleme, Betrugsabwehr und die Anwendung von Wahlregeln zurück, wie AP und Folha berichteten.
Folha zufolge enthielten die von der Zeitung geprüften internen Nachrichten kein Eingeständnis absichtlicher Wahlbeeinflussung. Richter Marco Aurélio Bellizze hielt die Beweislage laut Público zu diesem Zeitpunkt für nicht ausreichend, um eine absichtliche Manipulation der Verbreitung festzustellen; zugleich hielt er Schutzmaßnahmen für erforderlich.
Eine breitere Untersuchung zu politischen Anzeigen
Eine Forschungsgruppe der Universidade Federal do Rio de Janeiro identifizierte laut einem AP-Bericht vom 16. Oktober zwischen Juli und September mindestens 1.613 irreguläre politische Anzeigen auf Meta. Sie erzielten 171 Millionen Aufrufe und rund 2 Millionen Real Umsatz. Die Untersuchung erfasste politische Anzeigen auf der Plattform im breiteren Wahlkontext.