Gizmodo berichtete am 16. Oktober 2026 unter Berufung auf 404 Media, dass zwei ChatGPT-Werbekampagnen einen Abgleich von Zielgruppen anhand von E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Android-Werbe-IDs zeigten. OpenAI beschreibt in seinen Regeln für Custom Audiences mehrere solche Kennungen; für die Einbeziehung in eine Zielgruppe und Gebotsanpassungen zählen mindestens 25.000 übereinstimmende Nutzer.
Welche Kennungen OpenAI für Zielgruppen aufführt
OpenAIs Ads Manager akzeptiert laut Help Center E-Mail-Adressen, Telefonnummern, SHA-256-gehashte E-Mail-Adressen und Telefonnummern sowie die Google Advertising ID (GAID). Der konkrete Befund aus den zwei Kampagnen stammt aus einem Bericht von 404 Media, den Gizmodo am 16. Oktober 2026 aufgriff.
Die Schwelle bezieht sich auf tatsächlich zugeordnete Nutzer, nicht auf die Zahl hochgeladener Datensätze. Ungültige, doppelte oder nicht zuordenbare Einträge zählen nicht mit. Kleinere Zielgruppen können laut OpenAI für Ausschlüsse verwendet werden; für Einbeziehung und Gebotsanpassungen empfiehlt das Unternehmen mindestens 100.000 Nutzer. Ads Manager zeigt Werbetreibenden weder einzelne zugeordnete Personen noch erlaubt er ihnen, bestimmte Nutzer aus einer Zielgruppe auszuwählen.
OpenAI sagt außerdem, dass hochgeladene Zielgruppendateien nach der Verarbeitung gelöscht werden, in der Regel spätestens 24 Stunden nach dem Upload.
Was die Werbeeinstellungen tatsächlich ändern
Personalisierung auszuschalten entfernt die Anzeigen nicht. OpenAI zufolge kann weiterhin der aktuelle Chatverlauf in die Auswahl einfließen. Andere Chats, der Anzeigenverlauf und Themen werden dann nicht dafür herangezogen. Bei eingeschalteter Personalisierung können zusätzlich ausgewählte Signale aus der weiteren ChatGPT-Nutzung berücksichtigt werden. OpenAI nennt außerdem Kontexthinweise und Zielgruppenauswahl des Werbetreibenden sowie die Anzeige und ihre Zielseite als mögliche Faktoren. OpenAIs Erklärung zu Anzeigen in ChatGPT beschreibt auch die verfügbaren Werbeoptionen.
| Option | Wirkung laut OpenAI |
| Personalisierung ausschalten | Anzeigen bleiben; der aktuelle Chat kann weiterhin berücksichtigt werden. Andere Chats, Anzeigenverlauf und Themen fließen nicht in die Auswahl ein. |
| Ads-Free im Free-Tarif | Keine Anzeigen; die Nutzungslimits sinken und der Zugriff auf einige Funktionen kann eingeschränkt sein. |
| Plus oder Pro | OpenAI führt beide Abos als werbefrei. |
OpenAI zufolge hängt die Verfügbarkeit von Ads-Free von Region und Zeitpunkt ab. Das Unternehmen sagt zudem, Werbetreibende erhielten keinen Zugriff auf Chats, Chatverläufe, Erinnerungen oder persönliche Angaben; sie bekämen aggregierte, nicht identifizierende Leistungsdaten wie die Zahl der Aufrufe oder Klicks.
Das Werbeformat Sponsored Agents haben wir in einem separaten Artikel zu OpenAIs Werbeebene in ChatGPT behandelt.