Die DIA hält es für möglich, dass China bis Ende der 2020er-Jahre weltraumgestützte und leistungsstärkere bodengestützte Systeme mit gerichteter Energie einsetzen könnte. Sie könnten Satelliten in höheren Umlaufbahnen bedrohen. The War Zone zitierte diese Prognose am 28. Oktober 2026 aus dem unklassifizierten DIA-Bericht Challenges to Security in Space, den die Behörde am 26. Oktober veröffentlichte.
Inhalt
- Was die DIA für die späten 2020er prognostiziert
- TPG1000Cs ist ein separat berichteter Mikrowellen-Treiber
- Der Test von 2007 hinterließ mehr als 3.000 Trümmerteile
Was die DIA für die späten 2020er prognostiziert
Die Einschätzung beschreibt eine mögliche künftige Fähigkeit, keine bereits eingesetzten Systeme. Sie legt sich auch nicht auf eine bestimmte Technik fest: Laser, leistungsstarke Mikrowellen und Teilchenstrahlen kommen als unterschiedliche Ansätze für gerichtete Energie infrage, doch die zitierte Prognose benennt weder einen konkreten Strahltyp noch ein Programm.
Die DIA unterscheidet laut The War Zone zwischen umkehrbaren und nicht umkehrbaren Wirkungen. Störungen von Signalen oder eine vorübergehende Blendung von Sensoren nennt der Bericht als umkehrbare Beispiele; dauerhafte Schäden wären nicht umkehrbar. Welche Wirkung ein mögliches chinesisches System erzielen könnte, beschreibt die Prognose nicht näher.
Als Größenordnung für Chinas Weltraumaktivitäten meldete The War Zone außerdem eine DIA-Zählung von mehr als 510 chinesischen Satelliten für Nachrichtengewinnung, Überwachung und Aufklärung (ISR) im Juli 2026. Damit war diese Flotte mehr als dreimal so groß wie 2018.
TPG1000Cs ist ein separat berichteter Mikrowellen-Treiber
Futura-Sciences beschreibt den TPG1000Cs als Hochleistungs-Mikrowellentreiber, der von Forschenden am Northwest Institute of Nuclear Technology (NINT) entwickelt worden sei. Ein Treiber erzeugt die leistungsstarken Impulse; Futura-Sciences bezeichnet das Gerät nicht als vollständiges einsatzfähiges Waffensystem. Die DIA-Prognose bleibt technologisch allgemein und ordnet ihre mögliche Fähigkeit keinem konkreten Gerät zu.
Futura-Sciences gibt für den TPG1000Cs Angaben aus einer Forschungsarbeit wieder: Impulse mit bis zu 20 Gigawatt Leistung, die bis zu einer Minute anhalten können, sowie rund 200.000 Testimpulse. Der Treiber soll vier Meter lang sein und fünf Tonnen wiegen. Eine von Futura-Sciences chinesischen Fachleuten zugeschriebene Schätzung besagt, dass bodengestützte Mikrowellen mit mehr als einem Gigawatt Leistung Satelliten in niedrigen Umlaufbahnen stören oder beschädigen könnten.
Für einen Einsatz vom Boden aus wären laut Futura-Sciences die genaue Ausrichtung auf ein schnell bewegtes Ziel, kurze Sichtfenster von wenigen Dutzend Sekunden und Leistungsverluste in der Atmosphäre entscheidend. Die Forschenden sollen einige dieser Effekte abgemildert haben.
Der Test von 2007 hinterließ mehr als 3.000 Trümmerteile
Am 11. Januar 2007 zerstörte China bei einem Antisatellitentest einen eigenen Satelliten. SpacePolicyOnline berichtet von mehr als 3.000 dabei entstandenen Trümmerteilen. VideoFromSpace identifiziert den Satelliten als Fengyun-1C. Dieser frühere Test mit einem zerstörerischen kinetischen Angriff ist ein anderes Ereignis als die mögliche künftige Fähigkeit, die die DIA beschreibt.