Google meldete 30 zusätzliche Minuten Surfzeit mit Chrome Energy Saver. Das Ergebnis stammt aus einem Test mit Chrome 110 auf einem 13-Zoll-MacBook-Pro mit M2-Chip und gilt für genau dieses Setup. Memory Saver erfüllt eine andere Aufgabe: Die Funktion gibt Arbeitsspeicher frei, indem sie geeignete inaktive Tabs deaktiviert.

Zwei Einstellungen, zwei verschiedene Aufgaben

Chrome-Einstellungen auf Englisch mit den Bereichen Memory und Power sowie Schaltern für Memory Saver und Energy Saver.

Der Speichersparmodus (Memory Saver) deaktiviert geeignete inaktive Tabs, damit Chrome Arbeitsspeicher freigibt. Kehren Sie zu einem solchen Tab zurück, wird die Seite neu geladen. Der Energiesparmodus (Energy Saver) verringert dagegen bestimmte Hintergrund- und Anzeigeaktivitäten, um den Akku zu schonen.

EinstellungWas Chrome ändertMögliche AuswirkungWo Sie die Einstellung finden
Speichersparmodus (Memory Saver)Deaktiviert geeignete inaktive Tabs und gibt deren Arbeitsspeicher frei.Ein Tab wird beim erneuten Öffnen neu geladen.Einstellungen > Leistung
Energiesparmodus (Energy Saver)Reduziert Bildwiederholrate und Hintergrundaktivitäten.Scrollen, Animationen und Videowiedergabe können weniger flüssig wirken.Einstellungen > Leistung
Für weniger Hintergrund- und Anzeigeaktivität ist Energy Saver zuständig. Memory Saver entlastet vor allem den Arbeitsspeicher.

Was der Akku-Test tatsächlich ergab

Google berichtete im Februar 2023 über einen Test mit Chrome 110.0.5481.100 auf einem 13-Zoll-MacBook-Pro (M2, 2022) mit 8 GB RAM und macOS Ventura 13.2.1. Mit aktiviertem Energy Saver maß Google dabei 30 zusätzliche Minuten Surfzeit. Für dasselbe Testgerät nannte Google außerdem 17 Stunden Surfen oder 18 Stunden YouTube-Wiedergabe. Googles Testbericht ordnet diese Werte diesem konkreten Aufbau zu.

Der Journalist Jon Gilbert berichtete seinerseits von persönlichen Erfahrungen mit seinen Laptops: Energy Saver habe ihm an einem durchschnittlichen Arbeitstag etwa eine Stunde gebracht, beide Funktionen zusammen in seinen üblichen Arbeitssitzungen etwa zwei Stunden. Diese Angaben beruhen auf seiner eigenen Nutzung und sind kein standardisierter Messwert. Gilberts Erfahrungsbericht beschreibt damit eine andere Art von Ergebnis als Googles Test.

Wo Sie die Einstellungen finden und anpassen

Chrome-Einstellungen auf Englisch mit den drei Memory-Saver-Stufen Moderate, Balanced und Maximum; Maximum ist ausgewählt.
Chrome-Einstellungen auf Englisch mit Energy Saver und den Optionen für niedrigen Akkustand oder Betrieb ohne Netzanschluss.

Beide Funktionen stehen in Chrome unter Einstellungen > Leistung. Memory Saver bietet die Stufen Moderat, Ausgewogen und Maximum. Moderat lässt inaktive Tabs länger unangetastet, Maximum deaktiviert sie früher; Ausgewogen ist die empfohlene Stufe. Die Modi unterscheiden sich also darin, wann Chrome einen geeigneten Tab deaktiviert, nicht in einem zugesagten Akkugewinn.

Energy Saver ist für Windows, Mac und Chromebook-Geräte mit eingebautem Akku vorgesehen. Sie können wählen, ob Chrome den Modus bei höchstens 20 Prozent Akkuladung oder dann einschaltet, wenn der Rechner nicht am Strom hängt. Die Standardeinstellung für den niedrigen Akkustand liegt bei 20 Prozent.

Warum sich inaktive Tabs unterschiedlich verhalten

Memory Saver deaktiviert nicht jeden Tab. Aktive Audio- oder Videowiedergabe, Anrufe, Bildschirmfreigabe, Seitenbenachrichtigungen, laufende Downloads, teilweise ausgefüllte Formulare, angeheftete Tabs und verbundene USB- oder Bluetooth-Geräte können eine Deaktivierung verhindern. Außerdem können Sie Websites in eine Liste aufnehmen, die immer aktiv bleiben sollen. Die aktuellen Ausnahmen nennt Google in der Chrome-Hilfe.

Energy Saver kann seit Chrome 133 zusätzlich geeignete, CPU-intensive Hintergrund-Tabs einfrieren, wenn sie länger als fünf Minuten verborgen und stumm sind. Einfrieren pausiert die Ausführung von Seitenaufgaben; der Tab wird dabei nicht aus dem Speicher entfernt. Das unterscheidet sich von Memory Saver, das einen Tab verwirft und beim erneuten Aufruf neu lädt. Für Videokonferenzen, die Steuerung externer Geräte und bestimmte Web-Lock- oder IndexedDB-Aktivitäten gelten Ausnahmen. Chrome Developers erläutert die Bedingungen.

Was sich bei der Nutzung bemerkbar machen kann

Energy Saver kann die Bildwiederholrate und Hintergrundaufgaben verringern. Dadurch können Scrollen, Animationen und Videos weniger flüssig laufen; Google weist auch auf mögliche Auswirkungen auf Spiele und Videowiedergabe hin. Wenn Sie gerade auf eine gleichmäßige Darstellung oder eine laufende Hintergrundaufgabe angewiesen sind, kann der Modus deshalb spürbar sein.

Google zufolge lassen sich diese Leistungseinstellungen in Chrome für Android und iOS nicht individuell anpassen. Sie gelten für die Desktop-Version von Chrome.