Laut einem Bericht der South China Morning Post vom 6. November schätzte Menlo Ventures den Anteil chinesischer KI-Systeme auf 89 Prozent der weltweiten Unternehmensausgaben für Open-Source-Modelle. Die Zahl bezieht sich auf diese Modellkategorie, nicht auf sämtliche KI-Ausgaben von Unternehmen. Proprietäre US-Modelle erzielen laut demselben Bericht weiterhin den größten Teil des gesamten KI-Umsatzes.
Hohe Ausgaben für ein Modell verraten noch nicht, welcher Anteil davon bei seinem Entwickler ankommt.
Welche Modellfamilien die Ausgaben anführen
Im von der South China Morning Post wiedergegebenen Menlo-Ventures-Ranking liegt Moonshot AIs Kimi-Familie mit 61 Prozent vorn. DeepSeek kommt auf 15 Prozent, Z.ai mit der GLM-Reihe auf 11 Prozent. Meta Platforms’ Llama-Reihe erreicht 7 Prozent.
| Modellfamilie | Anteil an den weltweiten Unternehmensausgaben für Open-Source-Modelle |
| Kimi | 61 % |
| DeepSeek | 15 % |
| Z.ai GLM | 11 % |
| Meta Platforms Llama | 7 % |
Die drei einzeln aufgeführten chinesischen Modellfamilien ergeben zusammen 87 Prozent. Das liegt zwei Prozentpunkte unter dem separat genannten Gesamtanteil chinesischer Systeme von 89 Prozent.
Warum Ausgaben nicht automatisch beim Entwickler landen
Eine gesonderte Analyse von Epoch AI schätzt, dass DeepSeek etwa 8 Prozent der Kundenausgaben für DeepSeek-Modelle erhielt, die über OpenRouter genutzt wurden. Das ist eine Schätzung für eine einzelne Plattform und eine andere Messgröße als die weltweiten Unternehmensausgaben in der Menlo-Ventures-Auswertung. Epoch AI erläutert seine OpenRouter-Analyse.
Bei GLM-5.3 Flash verfolgte Epoch AI, wie sich der Zugang über Drittanbieter auf OpenRouter entwickelte. Innerhalb eines Tages nach der Freigabe der Gewichte boten 12 Drittanbieter das Modell an; nach 20 Tagen waren es 26. Acht davon verlangten weniger als Z.ai. Im selben Zeitraum sank Z.ai’ Anteil an den über OpenRouter bereitgestellten Tokens von 88 auf 22 Prozent. Z.ai’ tägliches Tokenvolumen ging dabei um 70 Prozent zurück, während die Gesamtnutzung des Modells um 17 Prozent zunahm.
Die Zahlen beschreiben einen konkreten Fall auf OpenRouter: Sie zeigen, dass Nutzungs- und Ausgabenanteile auf einer Plattform nicht gleichbedeutend mit Einnahmen des Modellentwicklers sind.
Welche weiteren Erlöswege KI-Firmen nutzen
Epoch AI nennt mehrere Wege, mit KI Geld zu verdienen: Verbraucher-Apps, den Zugang zu Modellen, Unternehmens- und Regierungslösungen, Lizenzgebühren sowie indirekte Einnahmen aus ergänzenden Geschäften. Dazu zählen etwa Cloud-, Rechen- und Werbedienste. Modellorientierte Firmen verdienen laut Epoch AI vor allem mit API-Zugang; große Technologiekonzerne wie Alibaba Group und ByteDance können KI auch über solche ergänzenden Geschäftsbereiche monetarisieren.